Datolution: Clevere Brandmeldetechnik

Die Datolution GmbH in Erlangen stellt Software und Web-Anwendungen für Sicherheits- und Brandmeldetechnik her. Sie wurde vor vier Jahren aus der Schraner Holding GmbH in Erlangen ausgegründet, einem Hersteller von Brandschutztechnik. Der Grund hierfür sei der Trend zur Digitalisierung in der Sicherheits- und Brandmeldetechnik gewesen.

Zu den Produkten von Datolution gehört eine digitale mobile Leitzentrale, die den Rettungskräften eine schnelle Orientierung am Einsatzort ermöglichen soll. Dabei überträgt das System sogenannte Feuerwehrlaufkarten auf Smartphones oder Tablets und hilft so, die Melder und damit die Brandherde zu orten. So sind z. B. stille Alarmierungen in Einrichtungen wie Seniorenheimen möglich, um Unruhe unter den Gebäudeinsassen zu vermeiden und die Rettung ruhig durchführen zu können. Ein weiteres Produkt aus dem Hause Datolution ist ein System, mit dem sich Brandmeldeanlagen per Smartphone oder Tablet warten lassen. Dabei werden die für die Wartung relevanten Informationen von der Brandmeldezentrale generiert und auf das Endgerät des Technikers übertragen.

Die junge Firma, die von Dr. Verena Schraner geleitet wird, beschäftigt derzeit sieben Mitarbeiter und betreut mit ihren Produkten Kunden in Deutschland, Österreich und im europäischen Ausland. Die Schraner-Gruppe als Muttergesellschaft wiederum wurde vor 25 Jahren von Geschäftsführer Stefan Schraner gegründet. Zu ihren Produkten gehören u. a. Branddetektoren, Sprachalarmierungen, Signalgeber und Peripherietechnik für Feuerwehren bei Brandmeldeanlagen. Derzeit arbeiten rund 100 Beschäftigte bei dem Unternehmen, das für 2019 einen Umsatz von acht Mio. Euro erwartet.

Michael Müller Verlag: Reiselust analog und digital wecken

Das Erlanger Verlagshaus ist auf Reiseführer spezialisiert und erschließt sich damit Zielgruppen in der digitalen Welt.

Im Jahr 1979 machte sich der gelernte Kfz-Mechaniker Michael Müller per Anhalter nach Portugal auf, um seinen ersten Reiseführer zu schreiben. Das daraus entstandene Büchlein zum alternativen Reisen hatte ein entsprechendes Layout: Enge Schreibmaschinenschrift und handgezeichnete Skizzen prägten das Erscheinungsbild. Der Portugal-Führer war gegen Vorkasse per Scheck zu bekommen, angesichts des heute durchdigitalisierten Buchmarkts eine skurrile Vorstellung. Der Buchhandel habe damals abgewunken, für die sei es kein richtiges Buch gewesen, erinnert sich Müller. Aber es war der Anfang der Michael Müller Verlag GmbH in Erlangen, die zum Spezialisten für Individualreiseführer wurde.

Denn Müller war von seiner Idee überzeugt, abseits von vermeintlichen oder tatsächlichen Sehenswürdigkeiten viele praktische Tipps zum Reiseziel weiterzugeben. Auf diese Weise sollte auch ein Blick hinter die üblichen Touristenkulissen möglich sein. Zu den praktischen Gesichtspunkten gehörten beispielsweise Infos, in welchen portugiesischen Werkstätten man sein marodes Auto reparieren lassen konnte. Doch für den Autor, Verleger und Vertriebsmanager in Personalunion waren die ersten Jahre hart: „Ich hatte praktisch kein Geld“, erinnert sich der Firmengründer. Die Wende kam mit dem Reiseführer für Kreta, der ein paar Jahre später erschien und sich schnell als „Kreta-Bibel“ für Rucksack-Reisende mit Interrail-Ticket etablierte.

Im Rückblick nennt Müller auch den Einstieg in die digitale Welt vor zehn Jahren eine schwierige Zeit, als das Unternehmen erste Gehversuche mit einer Reise-App machte. Neben den Investitionskosten sei die Suche nach Informatikern eine Herausforderung gewesen: Sie seien von der Traditionsbranche Buchhandel nur schwer zu überzeugen gewesen. Mittlerweile hat der Verlag ein großes Spektrum an digitalen Angeboten aufgebaut: Im Zentrum steht die Mmtravel-App, über die man Zugriff auf 24 digitale Wander- und Stadtführer erhält. Außerdem gibt es über 150 E-Books im Sortiment. Sieben Programmierer beschäftigen sich mit der Transformation der Reiseführer in die Online-Welt und verbessern die Anwenderfreundlichkeit. Außerdem stellte der Verlag den Vertrieb der Reise-Apps um: Hatte er diese früher noch zum Kauf angeboten, können die Kunden sie je nach Bedarf für einen Monat oder länger gegen Bezahlung nutzen.

Digitale Produkte für den Kundennachwuchs

Die digitalen Produkte sollen auch die Zukunft des Verlags sichern, der seit 1989 seine Geschäfte von der ehemaligen Erlanger Gerberei aus betreibt. Bei den klassischen Buchkunden freut sich Müller über eine treue Leserschaft, allerdings altert sie kontinuierlich und es kommen wenig junge Käufer nach. Immerhin entwickle sich das Reisebuchgeschäft besser als der gesamte Buchmarkt. Um eine jüngere Kundschaft zu gewinnen und an das Haus zu binden, ergänzt das Online-Reiseportal des Verlags die bestehenden Produkte. Dort finden sich Reportagen abseits bekannter Routen, Neuigkeiten oder ein Forum, bei dem sich Reiselustige untereinander austauschen können. Auch ein eigenes Portal für Übernachtungen in Hotels, Herbergen, Ferienhäusern sowie auf Campingplätzen soll den Community-Gedanken stärken. Mit diesen digitalen Angeboten und Inhalten sieht sich Müller als führend im Reisebuchmarkt an.

In den letzten Jahren hatten die digitalen Aktivitäten des Verlags die Veröffentlichung neuer Reiseführer auf rund vier Titel pro Jahr zurückgehen lassen. In diesem Jahr sind u. a. mit Albanien, Oslo und Porto sieben neue Publikationen vorgesehen. Bei den neuen Titeln bediene man auch das zunehmende Interesse an Stadtführern, die allerdings in vergleichsweise kleinen Auflagen herausgegeben werden. Hinzu kommt die neue Reihe „Stadtabenteuer“, die sich auf Nischenthemen in den Städten konzentriert. Außerdem will Müller seinen Markennamen auf dem Gebiet der Fernreisen verstärken, im Weltmarkt mitmischen und dafür die beiden Reiseführer für die portugiesischen Ziele Lissabon und Porto ins Englische übersetzen.

Der Umsatz seines Unternehmens sei in den letzten Jahren stabil geblieben, aktuell beziffert Müller ihn auf sechs Mio. Euro. Der Anteil digitaler Produkte rangiere noch im einstelligen Prozentbereich, entwickle sich aber hoch dynamisch, so der Firmenchef. Derzeit hat er 20 Beschäftigte, darunter sieben Informatiker, sowie rund 80 freie Autoren, die für den Verlag arbeiten. Man sei auf der Suche nach weiteren Autoren, um Lücken im Verlagsprogramm zu schließen. Um einen Reiseführer zu erstellen, benötigten die Autoren viel Freiraum, denn ein Buch zu produzieren sei weniger planbar als beispielsweise ein Motorblock.

Pläne für die Zukunft

Der 66-jährige Müller selbst hat im letzten Jahr seine Frau Judit Ladik sowie Katharina Hokema als Geschäftsführerinnen an Bord geholt, um sich selbst zu entlasten. So war es möglich, dass er für die Aktualisierung des Porto-Führers – neben der Toskana sein zweites Spezialgebiet – zwei Monate vor Ort recherchieren und prüfen konnte. Er kenne in der zweitgrößten portugiesischen Stadt praktisch jedes Restaurant. Die nächsten zehn Jahre will er vornehmlich als Autor aktiv sein, als Verleger will er dagegen insbesondere den digitalen Kurs im Blick behalten.

Ein Generationswechsel ist allerdings noch offen. Seine beiden Kinder studieren Physik und Geografie, konkret soll es erst in zehn Jahren werden. Zunächst hatte Müller sich auch gefragt, ob er überhaupt angesichts des vermeintlichen Niedergangs des Produkts Buch seinen Kindern guten Gewissens einen Einstieg empfehlen könne. Das gedruckte Buch werde es aber immer geben, ist er sich sicher. Und mit dem Ausbau der Online-Angebote sehe er für seinen Verlag eine positive Zukunft.

Autor: tt.

Brakhoff Getränke: Inhaberwechsel nach 50 Jahren

Maria Brakhoff-Salzmann geht im Alter von 73 Jahren in den Ruhestand. Die von ihr gegründete Brakhoff Getränke und mehr GmbH in Erlangen-Frauenaurach wird unter dem bisherigen Firmennamen von den neuen Besitzern Martin Aman und Felix Merkle weitergeführt, die alle zwölf Beschäftigten übernehmen.

Das auf Wein spezialisierte Unternehmen wurde 1969 im Erlanger Ortsteil Geisberg gegründet und zog fünf Jahre später auf das jetzige Gelände in Frauenaurach um. 1983 ausgebaut und 1999 um eine Halle vergrößert, umfasst es heute 3 000 Quadratmeter Nutzfläche mit 550 Quadratmetern Verkaufsraum. Rund 2 000 Produkte finden sich im Sortiment, das vorwiegend aus Wein, Champagner und Spirituosen in hochwertiger Qualität besteht. Daher stammen die Abnehmer zum Großteil aus der gehobenen Gastronomie und Hotellerie im Umkreis von 40 Kilometern. Mit dem Verkauf an diese Kunden erzielt Brakhoff etwa 50 Prozent seines Umsatzes. Ein weiteres Viertel kommt aus dem Handel mit der Industrie, wo die Spezialitäten des Erlanger Unternehmens u. a. als Werbegeschenke gefragt sind. Für diese Kundengruppe gibt Brakhoff einen Präsentekatalog heraus, der in einer Auflage von 11 000 Exemplaren erscheint. Insgesamt zählt die Liste der Stammkunden etwa 800 Adressen. Abgesehen von diesen Vertriebswegen gehört auch der klassische Einzelhandel zum Geschäft, der auch Getränke wie Bier, Fruchtsaft und Mineralwasser abdeckt und auf den 20 Prozent des Umsatzes entfallen.

Die Nachfolger kennen sich vom Betriebswirtschaftsstudium in Augsburg und betreiben mit 15 Mitarbeitern eine ähnliche Firma im schwäbischen Buchloe, die sie vor vier Jahren übernommen haben. In der Branche kennt man die Inhaber der Aman & Merkle GmbH von einschlägigen Messen als Italien-Experten, die Liebe zum Wein übernahmen sie von ihren Vätern. Künftig wollen sie in Erlangen das Stammpublikum betreuen, aber auch junge Leute ansprechen, z. B. mit einer Hausmesse mit namhaften Winzern. „Wir hoffen auf vielfache Synergieeffekte, die wir aus beiden Standorten ziehen wollen“, sagt Aman.

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ug.

Sparkasse Erlangen: Dem Zinstief trotzen

Die Stadt- und Kreissparkasse Erlangen-Höchstadt-Herzogenaurach hat die Zahlen des ersten vollen Geschäftsjahrs seit der Fusion 2017 vorgestellt. Eine leichten Anstieg gab es demnach bei den Gesamteinlagen, die auf 5,1 Mrd. Euro wuchsen, und bei der Kreditvergabe, die auf 3,7 Mrd. Euro kletterte. Bei den Darlehenszusagen verbuchte das Institut einen Zuwachs um ein Drittel, darunter für 34 Existenzgründungen. Auch der Umsatz im Wertpapiergeschäft stieg um zehn Prozent auf 510 Mio. Euro an. Im Immobilienbereich wurden ein Drittel weniger Objekte vermittelt, dagegen verzeichnete die Sparkasse beim Bausparen nach eigenen Angaben ein Rekordjahr.

Beim Zinsgeschäft hat das Kreditinstitut ein Minus von 4,2 Mio. Euro eingefahren. Dies sei durch die Nullzins-Politik der Europäischen Zentralbank verursacht. Allerdings konnte die Sparkasse diesen Rückgang durch eine Steigerung der Provisionserträge und durch die Senkung der Sach- und Personalkosten ausgleichen. So blieb das Ergebnis mit 8,5 Mio. Euro auf Vorjahresniveau, die Bilanzsumme wuchs auf knapp über sechs Mrd. Euro. Die Zahl der Beschäftigten ging auf knapp 980 zurück.

Die Sparkassen-Vorstände kritisierten bei der Vorstellung der Zahlen die Regulierungswut im Bankensektor, unter der auch ihr Haus leide. „Die Umsetzung der höheren Informations- und Transparenz- sowie Meldepflichten erfordert hohen Zeitaufwand und bindet erhebliche Mitarbeiterkapazitäten“, sagte Vorstandsvorsitzender Johannes von Hebel. „Die Komplexität und die schiere Menge der regulatorischen Anforderungen ist organisatorisch kaum noch leistbar.“ Dem Kostenblock will die Sparkasse mit intensiven Maßnahmen bei der Digitalisierung begegnen, z. B. mit Videoberatung oder Transaktionen per Sprachassistent.

Autor:

ug.

4Plus: Neue Muttergesellschaft aus Eindhoven

Das Erlanger Medizintechnikunternehmen 4Plus GmbH ist seit Kurzem eine Tochter der niederländischen Firma Sioux Technologies mit Sitz in Eindhoven.

4Plus verspricht sich durch diesen Schritt zusätzliche Expertise in den Bereichen Künstliche Intelligenz, Mathematik und Mechatronik. „Wir glauben, dass wir infolge des Zusammenschlusses mit Sioux mehr Wachstumspotenzial für unser Unternehmen generieren können“, erklärten Karl Kapp und Tibor Takács, die beide weiterhin Geschäftsführer von 4Plus bleiben. Sioux Technologies wiederum möchte durch die Akquisition europaweit als Technologieunternehmen wachsen.

Die Firma 4Plus entwickelt u. a. komplexe medizintechnische Geräte. Neben der Hard- und Software-Entwicklung kümmert sich das Unternehmen um Software-Tests und Testautomatisierungen, Kleinserien-Fertigung von IT-Komponenten sowie weltweite Inbetriebnahme und Anlagen-Service für medizinische Geräte.

Schaeffler Gruppe: „Bremsen und Gasgeben zugleich“

Der weltweite Automobil- und Industriezulieferer stellt sich auf mehr Elektromobilität und veränderte Märkte ein.

Zwei Drittel des Geschäfts von Schaeffler beziehen sich auf die Automobilindustrie, die aktuell sowohl mit technischen als auch mit Welthandelsproblemen (USA, China, Brexit) zu kämpfen hat. Das schlägt auf die Zulieferer durch, weshalb man in Herzogenaurach die ursprüngliche Prognose für Umsatz und Ertrag bereits im Herbst letzten Jahres deutlich zurücknehmen musste. Die ganze Branche habe Gegenwind sagte Klaus Rosenfeld, Vorstandsvorsitzender der Schaeffler AG, bei der Bilanz-Pressekonferenz des Unternehmens Anfang März. Die korrigierten Ziele habe Schaeffler im Geschäftsjahr 2018 aber insgesamt erreicht. Der Umsatz stieg auf 14,2 Mrd. Euro (Vorjahr 14,0 Mrd.), die Marge betrug 9,7 Prozent (2017: 11,3 Prozent). Das Konzernergebnis lag mit 881 Mio. Euro deutlich unter dem Vorjahreswert von 980 Mio. Euro.

Effizienzprogramm „Race“

Der Ergebnisrückgang sei dem Bereich Automotive zuzurechnen und betraf insbesondere die Erstausrüstung der Fahrzeughersteller, aber auch die Produktion von Ersatzteilen. Dies konnte durch die gute Entwicklung der Sparte Industrie nicht kompensiert werden. Vor allem das schwierige Markt- und Wettbewerbsumfeld sowie der zunehmende Veränderungsdruck seien dafür verantwortlich. Daneben gebe es hausgemachte Faktoren, weswegen ein Programm namens „Race“ gestartet wurde, das auf Effizienzsteigerung und Portfolio-Optimierung ausgerichtet ist. Im Klartext stehen fünf kleinere Werke in Europa zur Disposition, 900 Stellen sollen abgebaut werden, 700 davon in Deutschland. Sozialverträgliche Lösungen ohne betriebsbedingte Kündigungen werden angestrebt. Aber Race sei kein reines Sparprogramm, betonte Rosenfeld, sondern „Bremsen und Gasgeben zugleich, wie in der Formel 1“. Es gehe um langfristige Wertschaffung in drei Phasen bis 2024. Mit der Umsetzung ist der Chef der Automobilsparte Matthias Zink betraut, dessen Vertrag um fünf Jahre verlängert wurde. Er will insgesamt das Margenniveau nachhaltig verbessern und die hohe Abhängigkeit vom Verbrennungsmotor weiter reduzieren.

Vorsichtiger Ausblick

Für das laufende Geschäftsjahr rechnet Schaeffler mit einem moderaten Umsatzwachstum von ein bis drei Prozent, obwohl die weltweite Produktion von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen voraussichtlich um ein Prozent zurückgehen werde. Als Personalentscheidung wurde bekanntgegeben, dass der Aufsichtsrat der Schaeffler AG den bisherigen F&E-Leiter Uwe Wagner mit Wirkung zum 1. Januar 2020 als Nachfolger von Prof. Dr. Peter Gutzmer zum Technologievorstand bestellt hat. Das Herzogenauracher Familienunternehmen mit 170 Standorten in über 50 Ländern beschäftigt insgesamt 92 500 Mitarbeiter. Es fertigt Präzisionskomponenten und Systeme in Motor, Getriebe und Fahrwerk sowie Wälz- und Gleitlager für Industrieanwendungen.

Method Park: Umsätze wachsen zweistellig

Das Geschäftsjahr 2018 war für die Method Park Unternehmensgruppe nach eigenen Angaben das erfolgreichste der Firmengeschichte.

Demnach erzielte der Erlanger IT-Dienstleister einen Gesamtumsatz von fast 19 Mio. Euro und damit ein Plus von 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. So belief sich der Umsatz im Bereich Ingenieurdienstleistungen, etwa für medizinisch-technische Geräte oder Komponenten im Automobil, auf knapp acht Mio. Euro und damit 16 Prozent mehr als im Vorjahr. Noch stärker, nämlich um 18 Prozent, stieg der Umsatz mit Beratungsdienstleistungen, mit denen Method Park mehr als sechs Mio. Euro erzielte.

Zum Dienstleistungs-Portfolio gehören Prozessmanagement, Einhaltung von Normen und Standards sowie Einführung neuer Technologien oder Entwicklungsmethoden. Zudem veranstalten die Fachleute des IT-Dienstleisters  Seminare, Trainings und Workshops. Infolgedessen stiegen auch die Umsätze des Method Park Training Centers weltweit um 71 Prozent auf eine Mio. Euro. Europa blieb für das Erlanger Unternehmen umsatzstärkster Kernmarkt, gefolgt von Asien. Die Belegschaft von Method Park wuchs um 25 Mitarbeiter auf über 190 Beschäftigte.

Elektrobit: Vom Auto zum Netzfahrzeug

Technik aus Erlangen lässt Autos kommunizieren – innerhalb und außerhalb des Wagens.

Wenn Autofahrer ihrem Fahrzeug Fragen stellen, Musik abspielen, Nachrichten, Wetter- und Verkehrsberichte hören und ihr Smart Home vom Lenkrad aus steuern – dann könnte es sein, dass das in Erlangen ansässige Unternehmen Elektrobit Automotive GmbH die dafür notwendige Technik geliefert hat. Anfang des Jahres zeigte es auf der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas, wie der intelligente Sprachassistent „Amazon Alexa“ in Automobile integriert werden kann – schneller und einfacher, als es bisher möglich gewesen ist. Als eine „neue Ära der Sprachbedienung mit natürlicher Spracherkennung“ bezeichnete es damals Christian Reinhard, der bei Elektrobit für internationale Projekte zuständig ist.

Doch auch die Entwicklung von Augmented-Reality-Funktionen in automatisierten Fahrzeugen, also die computergestützte Erweiterung der Realitätswahrnehmung, erlebte auf dem CES-Messestand des Erlanger Unternehmens ihre Aufführung. Sie unterstützt sogenannte Head-Up-Displays, die relevante Daten zum Fahrmanöver im Sichtfeld des Insassen anzeigen. Die Folge: Der Fahrer bekommt prägnante Hinweise und ist weniger abgelenkt, wodurch sich die Unfallgefahr reduziert. Und zusammen mit der israelischen Tochtergesellschaft Argus wurde das branchenweit erste Software-Hardware-Komplettprodukt für Cyber Security vorgestellt, das Fahrzeuge selbst vor raffinierten Internet-Angriffen umfassend schützen soll.

Der Premierenort in den USA dokumentiert die internationale Welt von Elektrobit mit rund 2 400 Beschäftigten an 23 Standorten. In Deutschland ist das Unternehmen neben dem Hauptsitz in Erlangen noch in Böblingen, Braunschweig, Ingolstadt, Radolfzell, München und Ulm vertreten. Im Ausland gibt es Niederlassungen in den USA, China, Japan, Korea, Indien, Israel, Frankreich, Finnland, Rumänien und Österreich.

Ursprung in der Medizintechnik

Die Unternehmensgeschichte beginnt mit der 1988 gegründeten Software-Schmiede „3Soft“, die sich ursprünglich mit Medizintechnik befasst hatte, dann aber zum Spezialisten für automotive Steuergeräte wurde. 2004 übernahm die finnische Elektrobit-Gruppe das Unternehmen. Deren Automotive-Bereich wurde dann 2015 wiederum vom Dax-Konzern Continental – bei einem damaligen Umsatz von 171 Mio. Euro – zum Preis von 600 Mio. Euro aufgekauft. Das Technologieunternehmen stärkte damit sein Wachstumsfeld „Vernetztes Fahren“, denn Fahrzeuge enthalten immer mehr Sensoren für automatisierte Fahrfunktionen und entwickeln sich so zunehmend zu Bestandteilen einer komplett vernetzten Verkehrswelt.

Mit dem Kauf übernahm Continental auch 51 Prozent der seit 2009 bestehenden Elektrobit-Tochter „e.solutions“. Sie ist ebenfalls im Gewerbegebiet in Erlangen-Tennenlohe zu finden, wo sie 2018 einen Neubau bezogen hat. Sie ist für den Volkswagen-Konzern tätig und legt den Schwerpunkt auf Komponenten für Informations- und Entertainment-Geräte – einem Bereich, in dem die Software in den letzten Jahren fast schon explosionsartig an Bedeutung gewonnen hat. Sprachbedienung, topographische Navigation oder Bluetooth stehen für eine Vielzahl neuer Funktionen, die vor einigen Jahren noch gar nicht bekannt waren, heute aber als selbstverständlich gelten. „Wir sind überzeugt, dass Daten und Dienste aus der Cloud unser automobiles Erlebnis und den Umgang mit dem Auto grundlegend verändern werden“, so Uwe Reder, Geschäftsführer bei „e.solutions”.

Bordelektronik in Millionen Fahrzeugen

Auf der anderen Straßenseite gegenüber des Neubaus stellt Elektrobit mit 900 Mitarbeitern Software her, die weltweit in mehr als einer Mrd. Steuergeräten in über 100 Mio. Fahrzeugen verbaut ist. Das Unternehmen bietet den führenden Autoproduzenten flexible und innovative Lösungen für die Infrastruktur vernetzter Fahrzeuge, Technologie für Mensch-Maschine-Schnittstellen, Navigations- und Fahrerassistenzsysteme, elektronische Steuergeräte sowie entsprechende Engineering-Services. Das alles findet sich z. B. in Spurwechselassistenten, Verkehrszeichenerkennung und ESP-Steuerungen, die Fahrfehler korrigieren. Und das Wachstum ist ungebrochen. „Die Bedeutung von Software in Autos steigt weiter, die Komplexität explodiert in allen Bereichen“, sagt Geschäftsführer Alexander Kocher, der zusammen mit Finanzchef Gregor Zink das Unternehmen leitet.

Im Gegensatz zu Herstellern von Unterhaltungselektronik oder Haushaltsgeräten wird bei Automobilen absolute Sicherheit und Präzision vorausgesetzt. „Wenn ein Bremsassistenzsystem nicht funktioniert, geht es gleich um Leib und Leben“, erklärt Kocher. Deshalb fließen bei Elektrobit etwa 20 Prozent des Umsatzes in Forschung und Entwicklung – mit der Folge, dass der Umsatz pro Jahr um 20 bis 25 Prozent wächst. Mit der fortschreitenden Einführung des autonomen Fahrens dürften diese Steigerungsraten auch in den nächsten Jahren gesichert sein.

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ug.

Birke & Partner: Kommunikationsagentur schreibt Geschichte

25-jähriges Firmenjubiläum: Das Erlanger Unternehmen hat sich besonders mit History-Marketing einen Namen gemacht.

Die Birke & Partner GmbH in Erlangen sieht sich als eine der großen inhabergeführten Agenturen mit Kunden in Deutschland und im deutschsprachigen Raum. Seit rund 25 Jahren ist sie auf dem Markt und unterhält mittlerweile Büros in München, Hamburg, Weimar und Wien. Aus der Gründermannschaft von damals sind allerdings nur zwei übrig geblieben: Geschäftsführer Ralf Birke und seine Frau Sabine, die als Chef-Controllerin das Qualitätsmanagement betreibt. Auch Sohn Fabian Birke bringt nach einem Kommunikationsdesign-Studium sein kreatives Schaffen ein. Darüber hinaus werden derzeit fünf Volontäre in einem eigenen Ausbildungsprogramm an den Beruf herangeführt.

Mit dem Geschäft im Jubiläumsjahr 2018 zeigt sich die Agentur zufrieden, denn sie erzielte das mit Abstand höchste Wachstum ihrer Firmengeschichte. Die beiden Abteilungen PR/Kommunikation und Geschichts-Marketing generieren je etwa zur Hälfte den Umsatz. Zum Kundenkreis der Agentur gehören prominente Unternehmen und Institutionen, z. B. Bettenrid, Puma, Rehau sowie Bayerischer Industrie- und Handelskammertag und IHK Nürnberg für Mittelfranken, für die Birke & Partner das Jubiläumsjahr zum 175-jährigen Bestehen geschichtlich begleitete.

Sich mit historischen Wurzeln von Unternehmen zu beschäftigen, hat eine besondere Bedeutung für das Erlanger Team: Denn Birke & Partner wurde ursprünglich als PR-Agentur gegründet und hat sich seitdem zu einer Kommunikationsagentur gewandelt, die auf Geschichts-Marketing und -Management spezialisiert ist. Dieser Wandel nahm seinen Anfang vor zehn Jahren, als der Historiker Dr. Hans-Diether Dörfler vom Haus der Geschichte in Bonn in die heute insgesamt 30 Mitarbeiter zählende Erlanger Agentur wechselte. Seitdem arbeitet sie die Geschichte von Unternehmen auf. Mit zwölf Historikern im Team vereint Birke & Partner die Kompetenz eines Geschichtsbüros und das Portfolio einer Kommunikationsagentur. Das Münchner Bekleidungshaus Hirmer war der erste Kunde, der Birke den Auftrag erteilte, die Unternehmensgeschichte aufzuarbeiten, das Archiv zu sortieren und die Schnittstellen zur Kommunikation herzustellen. Dabei scheute sich das Modeunternehmen auch nicht davor, die dunklen Kapitel der Firmengeschichte – etwa die Zeit des Nationalsozialismus – zu beleuchten, sondern stellte sich der Verantwortung.

Ein weiterer Teil von Birke & Partner ist der 1780 gegründete Verlag Palm & Enke, der eng mit wissenschaftlichen Archiven, Bibliotheken, Sozietäten und Gesellschaften kooperiert. Ralf Birke baut derzeit eine eigene Redaktion auf, die schwerpunktmäßig Premiuminhalte für digitale und analoge Unternehmenspublikationen produzieren soll. Über die Reihe „Edition Spielbein“ kümmert sich der Verlag um populäre Publikationen vornehmlich aus dem fränkischen Raum.

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ug.

Fink: Autohaus stellt sich neu auf

Die Autohaus Fink GmbH & Co. KG in Erlangen ist kein offizieller BMW-Vertragshändler mehr. Firmenchef Stefan Fink, der den Betrieb 1992 von seinem Vater Werner Fink übernommen hatte, sieht das allerdings als Chance.

Denn nun entfalle der Verkaufsdruck und die Berater könnten die Kunden unabhängig von Herstellervorgaben betreuen. Zudem stelle man sich den Herausforderungen der Branche: Digitalisierung, von Marken unabhängige Neuwagenplattformen und der Direktvertrieb der Hersteller veränderten den Autovertrieb. Ein Schwerpunkt im künftigen Geschäft werde der Servicebereich sein. Bei Wartung, Reparatur und Instandsetzung habe das Autohaus in den letzten Jahren personell aufgestockt und werde dies weiterhin tun, so Fink. Das betreffe auch die Infrastruktur: Die Firma, die 2017 knapp 40 Mio. Euro umgesetzt habe, habe 250 000 Euro in den Werkstattausbau, einen neuen Vermessungsstand und in die technische Ausstattung investiert.

Kündigungen werde es durch die veränderte Konstellation nicht geben: „Jeder Arbeitsplatz bleibt erhalten und wir sind sogar auf der Suche nach Zuwachs im Werkstattbereich“, sagt Fink. Aufgrund der hohen Nachfrage benötige man weitere Kfz-Mechatroniker. Aktuell arbeiten an der Günther-Scharowsky-Straße 60 Mitarbeiter, darunter 18 Auszubildende in technischen und kaufmännischen Berufen.