Codemanufaktur: Werkstatt für Software-Ideen

Software-Entwicklung in Bereichen wie Big Data, Deep Learning und Künstliche Intelligenz ist die Spezialität der Codemanufaktur GmbH in Erlangen.

Das Unternehmen, das maßgeschneiderte Software-Lösungen für Branchen wie Automatisierungstechnik und Autoindustrie erarbeitet, hat vor Kurzem neue Geschäftsräume in der Nägelsbachstraße in Erlangen bezogen. Auf 1.000 Quadratmetern finden die Mitarbeiter nun ein modernes Umfeld, um neue Technologien, Trends und Tools zu entwickeln und zu testen, so Geschäftsführer Vit Matousek, der das Unternehmen gemeinsam mit Technik-Chef Alexander Martin führt. Willkommen seien auch Gäste, die in der sogenannten „Ideenwerkstatt“ zeitweise Arbeitsplätze mieten können. „In der eigenen Blase ist es oft am schwierigsten, wirklich ausgefallene und innovative Ideen zu entwickeln. Der kreative Austausch mit unseren Gästen ist ein unverzichtbarer Impuls für uns“, sagte Matousek, der den Umsatz des vergangenen Jahres mit über drei Mio. Euro angibt.

Matousek war zunächst als freiberuflicher Software-Entwickler tätig, bevor er sich im Jahr 2011 für die Unternehmensgründung entschied. Heute arbeiten 40 Personen an individueller Software, die „in Handarbeit in der eigenen Werkstatt“ entsteht, wie Matousek sagt. Dazu sei es nötig, dass jeder Mitarbeiter sein volles Potenzial ausschöpfen könne, weshalb bei der Codemanufaktur Wert gelegt werde auf eine offene und respektvolle Kommunikation sowohl innerhalb des Unternehmens als auch mit Kunden und Geschäftspartnern. Für ein kreatives Umfeld sorgen außer den neuen Räumlichkeiten auch flexible Arbeitszeitmodelle, das hauseigene Hockey-Team „Codemanufaktur Thunderbirds“ und die Unternehmenswährung „Wollibu“.

eesy-ic: Die Analog-Digital-Wandler (aus Erlangen-Tennenlohe)

Auf die Entwicklung von Integrierten Schaltungen ist die eesy-ic GmbH in Erlangen-Tennenlohe spezialisiert.

Unsere Kernkompetenz ist der Entwurf von Integrierten Schaltungen und die Entwicklung von entsprechenden Testlösungen.“ So beschreibt Geschäftsführer Dr. Frank Ohnhäuser die wichtigsten Geschäftsbereiche der eesy-ic GmbH, die er gemeinsam mit Andreas Rother leitet. Entstanden ist das Technologieunternehmen im Jahr 2012 als Ausgründung aus der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Die Gründer waren damals Prof. Dr. Robert Weigel (Inhaber des Lehrstuhls für Technische Elektronik in Erlangen) und Prof. Dr. Richard Hagelauer (Universität Linz), die seit vielen Jahren intensiv an der Weiterentwicklung von Integrierten Schaltungen (ICs) forschen und die weiterhin eng mit eesy-ic zusammenarbeiten. Die beiden Professoren, die zudem weitere „Spin-offs“ gegründet haben, brachten auch wertvolle Kontakte zu führenden europäischen Halbleiterherstellern ein.

Der Austausch mit der Wissenschaft bleibt ein wesentlicher Erfolgsfaktor für die eesy-ic GmbH. Deshalb zog sie Mitte vergangenen Jahres mit ihrem „Headquarter“ und dem gesamten Team vom Nürnberger Südwestpark nach Erlangen-Tennenlohe, wo eine Vielzahl von Forschungseinrichtungen und Technologieunternehmen ihren Sitz hat. Von dort ist es nicht weit zum Innovations- und Gründerzentrum (IGZ), zur Technischen Fakultät der Universität Erlangen-Nürnberg und zu den beiden Fraunhofer-Instituten für Integrierte Schaltungen IIS und IISB. Dieses Netzwerk mit Akteuren aus unterschiedlichen Technologiefeldern ist auch deshalb interessant für eesy-ic, weil deren ICs in einer ganzen Reihe von verschiedenen Anwendungen eingesetzt werden. Die Kunden aus dem In- und Ausland kommen dementsprechend aus vielen unterschiedlichen Branchen, z. B. aus Maschinenbau und Automatisierungstechnik, Energietechnik, Sensorik, Medizintechnik und Mobilkommunikation.

Der enge Kontakt mit den Hochschulen und Forschungseinrichtungen ist für eesy-ic auch deshalb wichtig, weil dort der hoch spezialisierte Nachwuchs an Ingenieuren und Naturwissenschaftlern rekrutiert werden kann. Aktuell beschäftigt eesy-ic rund 50 feste Mitarbeiter, hinzu kommen durchschnittlich zehn Studenten. Das neue Gebäude in Erlangen-Tennenlohe, das komplett gekauft wurde, ist teilweise vermietet und würde bei einem weiter dynamischen Wachstum Platz für rund 220 Mitarbeiter bieten.

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Quelle: Wirtschaft in Mittelfranken 1|2018, https://www.ihk-nuernberg.de/de/IHK-Magazin-WiM/WiM-Archiv/WIM-Daten/2018-01/Koepfe/die-analog-digital-wandler

Access: Mitten im Arbeitsleben

Mit großem Erfolg integriert die Erlanger Access GmbH behinderte Menschen in die Arbeitswelt.

Tiago Graf hat das Down-Syndrom und arbeitet als Bürohelfer bei einem Marktforschungsunternehmen in Rückersdorf. Carina S. sitzt wegen einer Querschnittslähmung im Rollstuhl und ist für die Arztsekretariate einer Klinik tätig. Lisa A. mit dem Williams-Beuren-Syndrom wirkt als Therapieassistentin in einem Reha-Zentrum. Und Florian S., der eine Tetraspastik hat, ist Mitglied eines dreiköpfigen IT-Teams im Nürnberger Land. Geschafft haben sie das mit Hilfe der Erlanger Integrationsbegleitung Access – einer gemeinnützigen GmbH, die in diesem Jahr ihr 20-jähriges Jubiläum feiert. Dies sind nur vier von über 500 Menschen mit Handicap und besonderem Unterstützungsbedarf, die von Access (auf deutsch „Zugang“) in den Arbeitsmarkt vermittelt und dort langfristig integriert wurden.

Drei Gesellschafter hatten die „Access Integrationsbegleitung Menschen mit Behinderung im Arbeitsleben gemeinnützige GmbH“ – so der vollständige Name – am 1. Juli 1998 aus der Taufe gehoben: der Freundeskreis des Wichernhauses in Altdorf, der Verein zur Integration behinderter Menschen „Gemeinsam leben – Gemeinsam lernen“ im Nürnberger Land und das Erlanger „Zentrum für selbstbestimmtes Leben“.

Heute haben die Projekte weitaus größere Dimensionen als in der schwierigen Anfangszeit. So fließen z. B. noch bis März 2018 Fördergelder des Bundes in das Projekt „Zusammenarbeit – Inklusion in eine gemeinsame Arbeitswelt“ (Zusa), das innerhalb von drei Jahren mit 1,6 Mio. Euro gefördert wurde. Über „Zusa“ wurden in dieser Zeit im Projektgebiet, das die Stadt Erlangen und den Landkreis Erlangen-Höchstadt umfasst, über 190 Menschen mit Schwerbehinderung erreicht, die Arbeitslosengeld II beziehen. Durch Qualifizierung und intensive Begleitung konnten bereits über 50 von ihnen in eine Beschäftigung gebracht werden.

Dazu waren, auch mit Unterstützung der IHK-Geschäftsstelle Erlangen, rund 900 potenzielle Arbeitgeber kontaktiert worden mit der Bitte, Praktikumsplätze zur Verfügung zu stellen. Vor jedem Praktikum standen eine dreimonatige Trainingsphase durch professionelle Access-Inklusionsbegleiter sowie eine Probearbeit, die von einem Coach begleitet wurde und die in den Integrations- und Sozialbetrieben bzw. in den Werkstätten für Menschen mit Behinderung der beteiligten Partner stattfand (Laufer Mühle, Regnitz-Werkstätten, Lebenshilfe, Wabe und WAB Kosbach).

(mehr Infos unter Quelle: Wirtschaft in Mittelfranken 1|2018; https://www.ihk-nuernberg.de/de/IHK-Magazin-WiM/WiM-Archiv/WIM-Daten/2018-01/Special/mitten-im-arbeitsleben)

Heitec: Aus der Taufe gehoben

Die Heitec AG aus Erlangen hat zusammen mit ihrem Partner, der DMG Mori AG aus Bielefeld, das Joint-Venture „DMG Mori Heitec“ gegründet.

Ziel ist es, die Entwicklung von Automatisierungslösungen durch Software-Unterstützung zu beschleunigen. Beide Unternehmen halten jeweils 50 Prozent an der neuen Firma, der Firmensitz ist Erlangen. DMG Mori Heitec entwickelt virtuelle Modelle von Maschinen, Anlagen, Roboterapplikationen und Materialflüssen (sogenannte „digitale Zwillinge“), um Projektdurchlaufzeiten und die Inbetriebnahme vor Ort signifikant zu reduzieren. Zudem können zukünftige Erweiterungen oder Änderungen der Anlagen mit Hilfe des digitalen Zwillings parallel zum laufenden Betrieb geplant und getestet werden. Weiterhin plant die Firma, Automatisierungsstandards für unterschiedliche Branchen zu schaffen.

DMG Mori stellt Werkzeugmaschinen her, unterhält 14 Produktionswerke und setzt mit 12 000 Mitarbeitern weltweit über drei Mrd. Euro um. Der Automatisierungsspezialist Heitec beschäftigt an zahlreichen Standorten im In- und Ausland mehr als 1 000 Mitarbeiter und setzte im vergangenen Jahr rund 110 Mio. Euro um.

Quelle: Wirtschaft in Mittelfranken 12|2017, https://www.ihk-nuernberg.de/de/IHK-Magazin-WiM/WiM-Archiv/WIM-Daten/2017-12/unternehmen/aus-der-taufe-gehoben

Erlangen Arcaden: Der Spannungsbogen

Einst waren in Erlangen Kaufhäuser wie Heka, Horten, Hertie und Quelle ansässig. Dies änderte sich um die Jahrtausendwende, als neue Großprojekte wie die Ikea in Fürth, das Mercado in Nürnberg
oder der Globus-Markt in Forchheim begannen, Kaufkraft aus Erlangen (Platz 6 in Deutschland) abzuziehen. Diese Lücke erkannte das Essener Shoppingcenter-Unternehmen „MFI“ und reichte im Februar 2001 die ersten Pläne für die Erlangen Arcaden ein. Diese sahen damals ein
Gebäude mit 30 000 Quadratmeter Nutzfläche vor, was jedoch breiten Widerspruch erweckte.
Nach neuen Bauplänen und zwei Bürgerentscheiden wurden die Erlangen Arcaden schließlich im September 2007 eröffnet. Das Erlanger Architekturbüro KJS von Prof. Hubert Kress erhielt unter fünf Bewerbern den Zuschlag für den sogenannten „Spannungsbogen“ mit einem 300 Meter langen, dreigeschossigen „Boulevard“. 100 Mio. Euro wurden durch die MFI und weitere 50 Mio. Euro durch die 100 Mieter investiert; rund 1 000
neue Arbeitsplätze entstanden.
Zwei Jahre später präsentierte die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) eine Untersuchung über die Auswirkungen der Arcaden auf die gesamte
Innenstadt, bei der die Jahre 2001, 2007 und 2009 Berücksichtigung fanden. Das Fazit der GfK: „Ein phantastisches Ergebnis – es geht nicht besser.“ Der Standort sei gut überregional erreichbar, die Arcaden wirtschafteten nicht auf Kosten der Innenstadt, sondern es komme zur gegenseitigen Verstärkung. 2014 zeigte eine weitere Untersuchung, dass der tägliche Besucherstrom auf 32 000 angewachsen war und der Jahresumsatz bei insgesamt 96,3 Mio. Euro lag.
Derzeit wird das Erlanger Shopping-Center mit Investitionen von rund zehn Mio. Euro umfassend von innen und außen modernisiert. Jean-
Marie Tritant, Vorstand bei der Unibail-Rodamco Group mit der Tochter MFI, schwärmt von einer „außerordentlichen Erfolgsgeschichte“, die in
den nächsten Monaten buchstäblich zementiert werden solle. Wichtige Ankermieter wie DM und Saturn haben ihre Verträge langfristig verlängert,
zahlreiche bestehende Mieter modernisieren derzeit ihre Shops. Zuletzt gab es mit dem britischen Mode-Label Superdry, dem Müsli-Store MyMuesli
und dem Jeans-Label Pepe Jeans spannende Neuheiten. Weitere Shop-Konzepte sollen folgen, darunter etwa die niederländische Modemarke
G-Star. Eine „Kids-Area“ im Untergeschoss, großzügige Sitzbereiche, eine neue Beschilderung, ein neu gestalteter Vorplatz und eine gastronomische
Außenterrasse sind weitere Projekte der „Repositionierung“. Die MFI-Mutter Unibail-Rodamco Germany, die die Arcaden betreibt, hat ihren Sitz in Düsseldorf und engagiert sich aktuell bei 25 Shopping-Centern. Eigentümer der Arcaden ist das Investmentunternehmen TH Real Estate mit einem verwalteten Immobilienvermögen in Deutschland von 2,7 Mrd. Euro. Der Shoppingcenter Performance Report 2017 (SCPR) hat die
Erlangen Arcaden jüngst auf Platz 75 unter 400 deutschen Shopping-Centern gesetzt.

Quelle: Wirtschaft in Mittelfranken 10|2017, http://www.wim-magazin.de/ausgaben/catalogs/WiM-11-2017/pdf/WiM-11-2017.pdf

Erlanger Stadtwerke: Die Stadt am Laufen halten

Rund 20 000 Häuser beliefert der örtliche Versorger mit Energie und Wasser.

Vor 50 Jahren wurde aus dem Eigenbetrieb der Stadt Erlangen die Erlanger Stadtwerke AG (ESTW) gegründet. Heute versorgen die ESTW als 100-prozentige Tochter der Stadt Erlangen ihre Einwohner mit Elektrizität, Wärme, Erdgas und Wasser. Darüber hinaus sind sie zuständig für den öffentlichen Personennahverkehr in der Stadt, betreiben die Frei- und Hallenbäder und unterhalten im Auftrag des Beteiligungsunternehmens M-net Telekommunikation GmbH das Erlanger Telekommunikationsnetz.
Dabei schafft es die AG, profitabel zu bleiben: Mit 572 Mitarbeitern erwirtschafteten die ESTW im vergangenen Jahr einen Jahresgewinn von 5,6 Mio. Euro (2015: 5,4 Mio.) und kamen auf eine Bilanzsumme von 269 Mio. Euro.

Vor dem Jubiläum haben die ESTW kräftig investiert: Insgesamt 19,7 Mio. Euro flossen in die Sanierung des Freibades West. Auf dessen Gelände
entsteht ein Hallenbad, das das beim Frankenhof´mit über 60 000 Badegästen pro Jahr ersetzen soll. Ein neuer Wasserhochbehälter am Meilwald kostete sechs Mio. Euro und fasst zwölf Mio. Liter – drei Mal mehr als der sanierungsbedürftige Hochbehälter am Burgberg. Das Wasserwerk West, die Wasserkraftanlage „Werker“ und der Neubau
eines Blockheizkraftwerks im Siemens-Campus sind weitere Projekte. So stellt Vorstandsvorsitzender Wolfgang Geus im Rückblick auf gut 50
Jahre fest: „Zu keiner Zeit gab es bisher irgendwelche Engpässe bei der Versorgung der Kunden mit Energie und Wasser.“ In Zahlen: Rund 20 000 Häuser sind bei einem Stromabsatz von 366 Mio. Kilowattstunden im Jahr an das über 1 000 Kilometer lange Stromnetz angeschlossen; 7 200
Haushalte erhalten Erdgas, 1 800 Fernwärme. Rund 13 Mio. Fahrgäste waren 2016 im Erlanger Liniennetz unterwegs und 29 000 Erlanger Haushalte werden mit Internet-Geschwindigkeiten von bis zu 300 Megabit pro Sekunde versorgt. In den letzten Jahren wurde kräftig in die schnellen Datenautobahnen investiert.

Die ursprüngliche Gründung als Eigenbetrieb der Stadt fand im Jahr 1858 als „Erlanger Gasgesellschaft AG“ statt. Weitergeführt bis 1915 als „Städtisch technische Werke Erlangen“ wurden die Stadtwerke schließlich 1967 in ein Unternehmen umgewandelt – seit 2001 haben die ESTW eine Konzernstruktur. Dass 1998 ein Bürgerentscheid den teilweisen Verkauf verhindert hat, sieht selbst der damalige Oberbürgermeister Dr. Siegfried Balleis im Nachhinein als richtig und zukunftsweisend an – und ist sich in diesem Punkt einig mit seinem Nachfolger Dr. Florian Janik, der die Daseinsvorsorge auf keinen Fall an private Betreiber abgeben will. Klimaschutz, Ökologie und Nachhaltigkeit fordert der ESTW-Aufsichtsratsvorsitzende Janik ebenso ein wie in der Zukunft die Vernetzung von Stadtteilen mit kleinräumigen Wärmelösungen. (ug.)

Quelle: Wirtschaft in Mittelfranken 10|2017, http://www.wim-magazin.de/ausgaben/catalogs/WiM-10-2017/pdf/WiM-10-2017.pdf

Goldbeck: Umzug im Jubiläumsjahr

Die Niederlassung des Bielefelder Bauunternehmens Goldbeck feierte mit ihrem 25-jährigen Jubiläum auch den Umzug in das sogenannte „Papilio Office“ in der Erlangener Frauenweiherstraße.

Als Grund für den Umzug nennt Niederlassungsleiter Jürgen Taubmann die Expansion: „Unser Team vergrößert sich kontinuierlich. Irgendwann reichte die Kapazität an unserem Standort am Weichselgarten in Erlangen nicht mehr aus.“

Das Bürogebäude, das Goldbeck zusammen mit dem Erlanger Immobilienunternehmen Sontowski & Partner realisierte, besteht aus drei Etagen mit einer Gesamtfläche von 3 600 Quadratmetern. Der Grundriss gleicht der Form eines Schmetterlings, dem Namensgeber des Papilio (griechisch Schmetterling) Office. Außerdem realisiert Goldbeck aktuell auch den benachbarten Tech Park sowie ein Parkhaus und bebaut damit einen kompletten Straßenzug in Erlangen-Tennenlohe. Das Unternehmen verwirklichte im Geschäftsjahr 2015/16 mehr als 400 Projekte mit einer Gesamtleistung von über zwei Mrd. Euro. Aktuell sind insgesamt über 5 000 Mitarbeiter bei Goldbeck beschäftigt.

Quelle: Wirtschaft in Mittelfranken 10|2017, https://www.ihk-nuernberg.de/de/IHK-Magazin-WiM/WiM-Archiv/WIM-Daten/2017-10/unternehmen/umzug-im-jubilaeumsjahr

Heitec-Gruppe: Neue Firmenzentrale in Erlangen

Nach 16 Monaten Bauzeit wurde im Juni die neue Firmenzentrale der Heitec-Gruppe an der Güterbahnhofstraße in Erlangen eröffnet.

Sie umfasst 3 800 Quadratmeter Bürofläche und bietet Platz für 200 Mitarbeiter. Für den Generalbevollmächtigten der Gruppe, Johannes Feldmayer, ist die Immobilie das „Bekenntnis zum Standort Erlangen“. IHK-Präsident Dirk von Vopelius bescheinigt Richard Heindl, Vorstandschef und Inhaber der Heitec AG, ein „unnachahmliches Gespür für Potenziale. Er kann aus dem Kleinsten etwas Großes entstehen lassen“. Heindl begann mit einem Planungsbüro, aus dem heute nach 40 Jahren eine Firmengruppe mit weltweit etwa 1 000 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von 120 Mio. Euro entstanden ist.

Die Heitec-Gruppe, die von der Staatsregierung mehrmals als eines der dynamischsten Unternehmen Bayerns ausgezeichnet wurde, operiert global und profitiert von der Internationalisierung der Märkte als Wachstumstreiber. Eigene Standorte in Österreich, Rumänien, der Türkei und der Slowakei entstanden. Das Portfolio des Unternehmens umfasst industrielle Dienstleistungen, Automatisierungslösungen, Elektronik sowie Software-Anwendungen. Zum Konzern gehört außerdem das Tochterunternehmen Empic GmbH, das mit 50 Mitarbeitern ebenfalls in die neue Unternehmenszentrale einzieht. Die Firma wurde 2001 von Heitec und der österreichischen Austro Control gegründet und vertreibt Software-Lösungen für zivile und militärische Flugsicherheitsbehörden. Der aus Niederösterreich stammende Richard Heindl gibt die Richtung vor: „Wir wollen in diesem Bereich künftig eine wichtige Rolle auf dem Weltmarkt spielen.“ Luftfahrtbehörden aus zahlreichen Ländern, darunter Australien, einige europäische sowie afrikanische Staaten, sind Kunden der Heitec-Tochter, die u. a. zwei Mal den Innovationspreis der deutschen Wirtschaft gewinnen konnte.

Quelle: WiM-Magazin 07|2017, (http://www.ihk-nuernberg.de/de/IHK-Magazin-WiM/WiM-Archiv/WIM-Daten/2017-07/unternehmen/neue-firmenzentrale-in-erlangen)

Imbus AG: Den Krisen getrotzt

In Möhrendorf machen IT-Experten die Software von Kunden durch Qualitätsmanagement und Tests sicher.

Das Akronym Imbus steht für Informationsverarbeitung, Methoden, Beratung und Schulung und ist der Name eines IT-Unternehmens, das sich auf die Qualitätssicherung und den Test von Software spezialisiert hat. Tilo Linz hat die Imbus AG gemeinsam mit seinen früheren Kommilitonen Thomas Roßner, Bernd Nossem, Jörg Schulten, Hendrik Rässler und Peter Studtrucker vor 25 Jahren gegründet. Das erste Büro entstand in einem über 300 Jahre alten, denkmalgeschützten Fachwerkhaus im mittelfränkischen Möhrendorf, wo die Rechner aufgebaut und intern vernetzt wurden – heute würde man das als typisches Start-up bezeichnen.

Mit dem Siegeszug von Software und IT erweiterte sich der Kundenstamm stetig. Anfang der 90er-Jahre waren Tests von sogenannten Backbone-Systemen für das zu dieser Zeit neu entstehende GSM-Mobilfunknetz eine der Hauptaufgaben von Imbus. Damals wurden die hohen Standards aus der Festnetztelefonie auf die Tests des Mobilfunks übertragen. Auch die spätere Weiterentwicklung auf das UMTS-System und die darauffolgende LTE-Entwicklung wurden von Imbus begleitet. Das Unternehmen musste allerdings auch zwei wirtschaftlich turbulente Phasen überstehen: Ende 2001 gab es eine Krise im Mobilfunksektor, 2009 folgte die globale Finanzkrise. Imbus spürte die Auswirkungen daran, dass die Kunden – mit einer gewissen Zeitverzögerung – wesentlich weniger Testbudgets für ihre Software zur Verfügung hatten. Dies veranlasste die Unternehmensführung zu einem strikten Sparkurs, der zum einen mit Kostensenkungsmaßnahmen einher ging. Zum anderen reduzierten viele Mitarbeiter freiwillig vorübergehend ihre Arbeitszeit, einige nahmen sogar unbezahlten Urlaub. Durch diesen Kurs konnte die Imbus AG im Jahr 2002 einen Umsatzrückgang von 25 Prozent abfedern, ohne Stellen streichen zu müssen, und gleichzeitig die Grundlage für die später auf den Markt gebrachte Lösung „TestBench“ legen.

Die Tests der Software erfolgen bei Imbus u. a. im Testcenter in einer geschützten Instanz, besagter TestBench. Mit einem verschlüsselten Online-Zugriff stehen den Kunden alle Informationen über das Projekt zur Verfügung, zudem werden sie von Projektteams und einem Testmanager begleitet. Darüber hinaus bietet Imbus verschiedene Leistungen wie Testautomatisierung, mobiles Testen, Last- und Leistungstests sowie „Agile Testing“ – eine besonders flexible und schnelle Form des Testens. Ein weiteres Standbein des Unternehmens ist die Akademie, die an verschiedenen Standorten seit über 15 Jahren Weiterbildungen im Software-Engineering durchführt.

Heute gehören rund 270 Mitarbeiter zum Team des noch immer von den Gründern Tilo Linz, Thomas Roßner und Bernd Nossem geführten Unternehmens. Dem Hauptsitz in Möhrendorf im Landkreis Erlangen-Höchstadt sind sie treu geblieben und konnten im vergangenen Geschäftsjahr über 37 Mio. Euro umsetzen. Zudem eröffneten sie u. a. Standorte in München und Köln; in China, Tunesien, dem Kosovo und Kanada bestehen Auslandsdependancen. Zu den Referenzen zählen Firmen wie Siemens, Areva, Sony, HP, Lufthansa und die Bundesagentur für Arbeit. Darüber hinaus hat sich Imbus selbst verpflichtet, den CO2-Ausstoß und den Ressourcenverbrauch zu senken. Vor einigen Jahren wurde bei einem Mitarbeiter-Workshop das Umweltschutz-Motto „Think global, act local“ beschlossen und in die Tat umgesetzt. So wurde beispielsweise auf LED-Technik umgestellt, eine Photovoltaik-Anlage in Betrieb genommen und die Serverlandschaft konsolidiert.

Flessabank: Jubiläum der Erlanger Niederlassung

Die Flessabank, Bankhaus Max Flessa KG, mit Sitz in Schweinfurt und mit Niederlassungen in Nürnberg, Fürth und Erlangen hat an die positive Entwicklung der Vorjahre angeknüpft. Die Bilanzsumme erhöhte sich im Geschäftsjahr 2016 um sieben Prozent auf 2,3 Mrd. Euro. Die Kundeneinlagen legten um 147 Mio. Euro auf knapp zwei Mrd. Euro zu, die Spareinlagen wuchsen auf 464 Mio. Euro (Vorjahr: 449 Mio. Euro).

Das Geschäft entwickelte sich auch am Standort Erlangen positiv, wie Niederlassungsleiter Steffen Peetz vermeldete.  Von der Niederlassung, die in diesem Jahr ihr 50-jähriges Bestehen feiert, betreuen zwölf Mitarbeiter die Kunden in der Stadt Erlangen, im Landkreis Erlangen-Höchstadt und in Forchheim. Insgesamt unterhält das Bankhaus neben der Zentrale in Schweinfurt ein Netz von 24 Niederlassungen in Bayern und Thüringen, eine eröffnete zudem Anfang des Jahres in Leipzig. In 14 Standorten bildet die Flessabank Bankkaufleute aus, darunter auch in den drei mittelfränkischen. Das im Jahr 1924 gegründete Unternehmen beschäftigte im Jahresdurchschnitt 478 Mitarbeiter, darunter 32 Auszubildende.

Die Verbindlichkeiten gegenüber anderen Kreditinstituten belaufen sich auf 163 Mio. Euro, sie dienen der Refinanzierung von Darlehen an private und gewerbliche Kunden. Der Zinsüberschuss betrug im vergangenen Jahr 39 Mio. Euro, der Überschuss aus dem Provisionsgeschäft sieben Mio. Euro. Nach Aufstockung des Eigenkapitals um acht auf 106 Mio. Euro beträgt das Jahresergebnis des Bankhauses 10,7 Mio. Euro vor Steuern. Bleiben die Rahmenbedingungen gleich, so rechnet die Flessabank auch in 2017 mit einer positiven Entwicklung.