KUM | Möbius & Ruppert: In der Welthauptstadt der Bleistiftspitzer

Auf fast jedem Schreibtisch sind Bleistiftspitzer zu finden. Seine Ursprünge hat das Zeichengerät in einer mittelfränkischen Stadt.

Erlangen gehört zu den Städten mit den meisten Patentanmeldungen in Europa. Heute sorgen der Siemens-Konzern sowie die universitären Einrichtungen und wissenschaftlichen Institute für den Erfinderreichtum, doch die Tradition reicht weit zurück. So gilt die Stadt auch als Geburtsort eines so profanen Geräts wie des kegelförmig gebohrten Bleistiftspitzers, 1908 erfunden von dem damals in einer Bürstenfabrik tätigen Konstrukteur Theodor Paul Möbius. Er war es eines Tages leid, seine abgeschriebenen Bleistifte mit dem Taschenmesser anspitzen zu müssen. Daraus hat sich in Erlangen eine kleine Industrie entwickelt, die heute noch durch die Firmen KUM sowie Möbius & Ruppert repräsentiert wird. Sie beliefern zusammen nach wie vor zu etwa 75 Prozent den Weltmarkt für Bleistiftspitzer.

Die Erfindung des heute alltäglichen Gebrauchsgegenstands, in jedem Büro und Schulmäppchen zu finden, gilt als Revolution in der 450-jährigen Geschichte des Bleistifts. Dieser besteht  entgegen dem Volksglauben und Sprachgebrauch nicht aus weichem und giftigem Blei, sondern aus einem Grafit-Ton-Gemisch, das bei 1 000 Grad Hitze gebrannt wird. So muss der Spitzer außer dem Holz auch die steinharten Tonpartikel abraspeln, was stabile Messer erfordert. Diese sind aus chromlegiertem, mit rund einem Prozent Kohlestoff angereichertem Stahl, werden auf rotglühende 800 Grad erhitzt, dann herunter gekühlt und wieder auf 200 Grad aufgeheizt, was dem Messer hohe Flexibilität verleiht. Bei der anschließenden Politur liegen die erlaubten Toleranzen bei höchstens 0,03 Millimetern. Bevor das Messer in den keil- oder quaderförmigen Korpus aus Magnesium oder Messing eingebaut wird, wird es mit Ultraschall gereinigt und einer hauchdünnen Ölschicht überzogen.

Quelle und Fortsetzung in der Wirtschaft in Mittelfranken WiM 09|2018: https://www.ihk-nuernberg.de/de/IHK-Magazin-WiM/WiM-Archiv/WIM-Daten/2018-09/unternehmen/in-der-welthauptstadt-der-bleistiftspitzer

Der City-Gutschein Erlangen: Einkaufsgutschein startet in Erlangen mit 200 Akzeptanzstellen

Ab Oktober einlösbar ist der neue Einkaufsgutschein des City-Management Erlangen, gefördert durch finanzielle Mittel der Stadt- und Kreissparkasse Erlangen Höchstadt Herzogenaurach, der Städtebauförderung von Bund, Ländern und Gemeinden, der Stadt Erlangen sowie den Erlanger Stadtwerken.

Die Gutscheine (drei Motive, Wert: 10 Euro) sind in der Tourist-Information in der Goethestraße 21 a, den Sparkassenfilialen am Hugenottenplatz sowie am Martin-Luther-Platz, bei Intersport und Modehaus Eisert sowie dem Kitzmann BräuKontor erhältlich. In allen Verkaufs- und Akzeptanzstellen liegen die Informationsbroschüren zum City-Gutschein Erlangen aus. Zum Start beteiligen sich ca. 200 Akzeptanzstellen, von A wie Apotheke bis W wie Wohnen.

Immer wieder wurde in der Vergangenheit von Gästen, Bürgern und vor allem den Händlern, Gewerbetreibenden, Dienstleistern, Gastronomen, den Hoteliers und Freiberuflern und vielen anderen der Wunsch geäußert, einen Einkaufsgutschein für das gesamte Stadtgebiet Erlangen ins Leben zu rufen. Der neue City-Gutschein Erlangen bündelt nun diese Idee mit der entspannten Suche nach einem passenden Geschenk für Jedermann. Nebeneffekt: Das Geld bleibt in der Stadt.

Und nicht nur für Privatpersonen ist der City-Gutschein attraktiv. Auch für Unternehmen kann dieser eine elegante Möglichkeit darstellen, Zuwendungen und Standortförderung zu verknüpfen. Mit bis zu 44 € pro Mitarbeiter und Monat ist die Herausgabe des Gutscheines sogar
steuerfrei.

Mehr unter http://www.erlangen.info/city-gutschein_erlangen/

Autohaus Pickel: Weichen für dritte Generation gestellt

Das familiengeführte Autohaus Josef Pickel GmbH & Co. KG mit Sitz in Erlangen feiert in diesem Jahr 85-jähriges Bestehen.

Michael und Franz Pickel, die Geschäftsführer des Mercedes-Benz-Autohauses, planen in den nächsten beiden Jahren umfangreiche Umbau- und Erweiterungsmaßnahmen für das Firmengelände. Dabei wollen sie vor allem in den Service für alternative Antriebe, die digitale Präsentation sowie eine bessere Ablauforganisation investieren. Außerdem fördert das Autohaus den eigenen Nachwuchs: Derzeit sind 29 Auszubildende in diversen technischen und kaufmännischen Berufsrichtungen beschäftigt.

Die Weichen für die Zukunft des Familienunternehmens sind bereits gestellt: Michael Pickels Tochter Andrea, die derzeit als Assistenz der Geschäftsführung tätig ist, soll es in der dritten Generation weiterführen.

Quelle: Wirtschaft in Mittelfranken 09|2018, https://www.ihk-nuernberg.de/de/IHK-Magazin-WiM/WiM-Archiv/WIM-Daten/2018-09/Koepfe/weichen-fuer-dritte-generation-gestellt

Schloss Hemhofen: Ökologisch feiern

Ein barockes Schloss als Veranstaltungsort und eine Firmengruppe rund um ökologische Produkte: Mit diesem Konzept überzeugte Dr. Hannah Winkler von Mohrenfels beim IHK-Gründerpreis.

Was macht man, wenn man ein kaum genutztes Schloss geschenkt bekommt? Vor dieser Frage stand vor fünf Jahren Dr. Hannah Winkler von Mohrenfels, als ihr Vater ihr das traditionsreiche Schloss Hemhofen im Landkreis Erlangen-Höchstadt überschrieb. Sie beschloss, dem im Jahr 1714 errichteten Gebäude neues Leben einzuhauchen, gründete die Schloss Hemhofen GmbH. Nur wenige Monate später übernahm sie auch die familieneigene Direktvermarktung Abokiste und sukzessive das ökologisch wirtschaftende Landgut Schloss Hemhofen. Sie stellte sich der Herausforderung der Unternehmensnachfolge und optimierte die schon bestehenden Betriebe. “Unsere Firmengruppe deckt eine breite Produktpalette rund um das nachhaltige, ökologische und sozial bewusste Leben ab”, so die Unternehmerin.

Das Barockschloss hatte lange Jahre als Kirche gedient, nach dem Zweiten Weltkrieg beherbergte es Flüchtlinge, später eine Kommune und eine Arztpraxis. Zuletzt blieb das historische Gebäude jahrelang größtenteils ungenutzt. Das hat sich grundlegend geändert: “Heute bilden das Schloss und die umliegenden historischen Räume und Plätze wieder ein stilvolles Ambiente für Veranstaltungen aller Art”, so die promovierte Diplom-Kauffrau, deren Familiengeschlecht sich bis in das 12. Jahrhundert zurückverfolgen lässt. Als “Schlossherren für einen Tag” können Privatleute oder Unternehmen das Schloss für Feiern, Hochzeiten, Tagungen, Fachmessen, Oldtimertreffen etc. mieten. In den Räumen finden rund 300 Personen Platz, davon 100 alleine im Barocksaal. Je nach Art der Veranstaltung werden die Räumlichkeiten stilvoll in Szene gesetzt, z. B. für Sektempfänge und Kaffeetafeln im Schlosshof, für romantische Abendessen im Barocksaal oder für Tanzveranstaltungen in der historischen Schlosshalle. Außerdem werden eigene Großveranstaltungen wie das jährliche Hoffest und die Landweihnacht organisiert.

Zum Familienbesitz gehört auch das Landgut, auf dem seit über 30 Jahren auf 145 Hektar ökologisch gewirtschaftet wird (Anbau von Freilandgemüse und Getreide, Schweine- und Karpfenzucht sowie Forstwirtschaft). Dazu gehört ein Unternehmensverbund, der zu 100 Prozent in Familienbesitz ist: Die hofeigene Abokiste GmbH wurde vor 25 Jahren gegründet und vermarktet eigene Erzeugnisse sowie die anderer regionaler Öko-Bauern, Bäcker und Veredler. Mit eigenen Fahrzeugen werden über 2 000 Haushalte, öffentliche Einrichtungen und Unternehmen im Umkreis von mehr als 50 Kilometern beliefert. Rund 10 000 Kinder in Krippen, Kindergärten und Schulen werden mit ökologisch erzeugtem Obst und Gemüse versorgt.

Zum Firmenverbund gehört außerdem die Ökost GmbH, die Kloßteig, Spätzle und andere Kartoffelprodukte für die Abokiste sowie für den Bio-Groß- und -Einzelhandel herstellt. Der jüngste Spross in der Unternehmensfamilie ist die Gaumenfreunde GmbH: Sie ist auf frische, vorportionierte Lebensmittel und Zutaten in Bio-Qualität für klassische, vegetarische und vegane Gerichte spezialisiert. Die bisher über 100 Rezepte, die im wöchentlichen Wechsel an die Kunden mitgeliefert werden, hat die Schlossherrin gemeinsam mit Köchen und Food-Bloggern selbst erarbeitet. Sie will mit den Gaumenfreunden eine neue Zielgruppe ansprechen, aber auch neue Kunden für die Abokiste gewinnen, da diese die Bio-Kochkisten regional ausliefert.

Autor: leo.

www.schloss-hemhofen.de
www.abokiste.de
www.oekost.de
www.gaumenfreun.de
Zum Portrait des Schlosses Hemhofen (www.ihk-gruenderpreis-mittelfranken.de)

Quelle: Wirtschaft in Mittelfranken 09|2018, https://www.ihk-nuernberg.de/de/IHK-Magazin-WiM/WiM-Archiv/WIM-Daten/2018-09/business/oekologisch-feiern

Coworking-Spaces in Erlangen

Startups, Freischaffende und Kreative aufgepasst! Erlangen bietet immer mehr Coworking-Spaces für unterschiedlichste Nutzungen.

Sie suchen vorübergehend einen Büroarbeitsplatz?

In Coworking-Spaces können Sie völlig unabhängig agieren. Sie erhalten eine modern ausgestattete Bürofläche zur zeitlich flexiblen Nutzung.

In Coworking-Spaces können Sie aber auch die kreative Interaktion suchen und gemeinsam mit anderen Projekte, Aktivitäten, Netzwerke und Synergien entwickeln. Durch die räumliche Nähe profitieren Sie von den Erfahrungen der Community.

Wir haben die Erlanger Anbieter von Coworking Spaces zusammengestellt und würden uns unter der E-Mail-Adresse wifoe@stadt.erlangen.de über Hinweise auf zusätzliche Angebote freuen:

www.coworking-erlangen.de

www.business-coworking.de

kreativlabor.erlangen

Pfeiffer Leder & Mode: Maßkleidung für die Hände

Mit dem Handschuhmacher-Handwerk wurde Erlangen einst weit über Franken hinaus bekannt. Heute ist Jürgen Pfeiffer einer der letzten seines Standes.

Erlangen hat durch die Ansiedlung hugenottischer Glaubensflüchtlinge aus Frankreich im 17. Jahrhundert wirtschaftlich enorm profitiert. Ein Beispiel ist die Zunft der Handschuhmacher: Jacques Colliveaux und Daniel Hugot aus der Stadt Vitry-le-François in der Champagne brachten sie 1686 nach Erlangen. Im 18. und 19. Jahrhundert erlebte sie ihre Blütezeit: Aufzeichnungen dokumentieren, dass um 1774 über 120 000 Paar in acht Werkstätten hergestellt und über Süddeutschland hinaus bis nach Russland und in die USA vertrieben worden sind. Um 1870 gab es 31 Betriebe mit 69 Gesellen und 52 Lehrlingen.

Heute hält nur noch Jürgen Pfeiffer als einer der letzten seines Fachs in Deutschland die Tradition hoch. Der 76-Jährige fertigt im ersten Stock eines Sandsteinhauses in der Erlanger Altstadt gerade noch ein paar Dutzend Exemplare nach Maß – statt der sechsstelligen Produktionszahlen seiner hiesigen Vorgänger Ende des 18. Jahrhunderts. Meist sind es ungewöhnliche Größen oder Modelle für orthopädische Zwecke. Eine treue Mitarbeiterin ist ihm dabei Heidi Haas, die seit 62 Jahren die Handschuhe zusammennäht.

Noch 1951 waren in dem 1876 gegründeten Familienbetrieb 60 Leute beschäftigt gewesen, darunter 13 Handschuhmacher, die etwa tausend Paar in der Woche schnitten. Jürgen Pfeiffer selbst begann 1954 als Lehrling, zwei Jahre nach dem plötzlichen Tod seines Vaters durch einen Verkehrsunfall. „Ich habe diesen Beruf schon als Bub gewollt“, sagt er. Neun Jahre später legte er die Meisterprüfung ab. Er leitete neben dem Hauptsitz in der Erlanger Hauptstraße 52 weitere Filialen in Erlangen, Nürnberg, Fürth, Konstanz und Regensburg, zusätzlich um Damenoberbekleidung erweitert. Diese Niederlassungen mit den jeweils relativ kleinen Verkaufsflächen waren jedoch dem zunehmenden Wettbewerb nicht mehr gewachsen und mussten in den 70er und 80er Jahren schließen. Heute verdient die Pfeiffer Leder & Mode e. K. das Geld im gut sortierten Lederwarengeschäft in Erlangen mit Schwiegertochter Anette als Pächterin und Chefin. Handtaschen und Rucksäcke, Mäntel und Regenschirme, Geldbörsen, Gürtel, Schmuck und andere Accessoires sorgen dafür, dass der Familienbetrieb überlebt hat, ja optimistisch in die Zukunft blicken kann.

Jürgen Pfeiffer, letzter Obermeister seiner Innung, hat Höhen und Tiefen seines Gewerbes aus Aufzeichnungen erfahren oder selbst hautnah miterlebt. Zu Spitzenzeiten benannte man damals Glacé-Handschuhe – heute noch beim Wiener Opernball gefragt – nach der Stadt, aus der sie kamen: die „Erlanger Glacé-Handschuhe“. Die Massenproduktion zunächst aus Süditalien und Rumänien, heute aus Ungarn und vor allem Asien, hat die Maßhandarbeit verdrängt und unrentabel werden lassen. Denn um ein Paar Handschuhe zu fertigen und in Form zu bringen, sind etwa 90 Arbeitsgänge notwendig – die sich in den Jahrhunderten nicht verändert haben. Das Leder muss makellos sein, stammt u. a. vom Haarschaf – laut Anette Pfeiffer „das beste Handschuhleder, das es gibt“ –, vom neuseeländischen Curlylamm oder von südamerikanischen Peccary-Wildschweinen und wird über englische Großhändler bezogen. Pfeiffer wickelt es in ein nasses Tuch, kontrolliert es auf Narben und „allongiert“ es, d. h. er zieht es immer wieder über die Tischkante, bis es sich nicht mehr in die Länge ziehen lässt. Nur so ist gesichert, dass sich das Leder später nicht mehr ausdehnt, auf fränkisch „ausleiert“. Mit Hilfe einer Schablone werden die Rohlinge ausgeschnitten bzw. mit einer Handhebelpresse ausgestanzt. Die Näherin setzt die Einzelteile zusammen. Pfeiffer: „Jeder Stich muss sitzen, denn im Leder sieht man jedes Nadelloch.“ Zum Schluss wird der Handschuh „dressiert“, also über eine erhitzte Metallform gezogen, damit er glatt wird.

Mit seiner Handwerkskunst ist Handschuhmacher Jürgen Pfeiffer einer der letzten Vertreter einer hugenottischen Tradition, die nach dem Dreißigjährigen Krieg in Erlangen durch diese französischen Flüchtlinge fortgeführt worden ist und die Stadt in vergangenen Zeiten zu wirtschaftlicher Blüte führte – neben Weißgebern, Hutmachern, Strumpfwirkern und Kammmachern.

Autor:

(ug.)

IHK-Gremium Erlangen: Positionen zur Verkehrssituation in der Erlanger Innenstadt

Im Verkehrsentwicklungsplan (VEP) Erlangen sind vernetzte Konzepte für den Autoverkehr, das Parken, den ÖPNV, den Fußgänger- und Fahrradverkehr erarbeitet worden. Derzeit steht hieraus insbesondere die Entlastung der Straßen vom Durchgangsverkehr zur Behandlung im Stadtrat. Beschlossen werden soll der sog. Planfall 8b, der dazu Maßnahmen in der Henkestraße (Geschwindigkeitsreduzierung und verkehrslenkende Maßnahmen) sowie in der Neuen Straße (Einbahnstraßenregelung, nur noch West-Ost-Verbindung) und Spardorfer/Essenbacher Straße (Geschwindigkeitsreduzierung) beinhaltet. Ein Handlungsdruck wird nicht zuletzt mit der Einhaltung der gesetzlichen Grenzwerte für NO2 begründet.

Das IHK-Gremium Erlangen hat die Pläne diskutiert und ein Papier mit fünf Positionen veröffentlicht. Sie können die Positionen des Gremiums hier im Wortlaut herunterladen. (pdf)

https://www.ihk-nuernberg.de/de/media/PDF/geschaeftsstellen/erlangen/positionen-des-gremiums-zu-vep-final-logo.pdf

Zusammenfassung der Positionen des IHK-Gremiums Erlangen:

  1. Autoverkehrs- und Parkkonzepte gemeinsam verwirklichen
    Eine Entlastung der innenstädtischen Straßen vom reinen Durchgangsverkehr wird vom IHK-Gremium Erlangen unterstützt. Verkehrseinschränkungen können aber auch abschreckend wirken und sollten nach Forderung des IHK-Gremiums nur “ganzheitlich im Zusammenhang und in einem positiv kommunizier- und erlebbaren Kontext” realisiert werden.
  2. Flexible Lösungen für ein sich veränderndes Stadtbild
    Konkrete Maßnahmen müssen aus Sicht des Gremiums vorausschauend, anpassungsfähig und reversibel ausgelegt werden.
  3. Vermeidung von Sperrungen
    Die Sperrung in der Martinsbühler Straße im Rahmen der Bahnneubaustrecke hat eindringlich gezeigt, wie Einschränkungen der Erreichbarkeit negative Auswirkungen auf die in der Erlanger Innenstadt ansässigen Unternehmen haben. Sperrungen für Autofahrer sollten daher vermieden werden. Die Schaffung von positiven Alternativen ist laut Gremium zu bevorzugen.
  4. Initiative für die nördliche Altstadt
    Um die in der nördlichen Altstadt beheimateten Einzelhandelsbetriebe zu unterstützen, fordert das IHK-Gremium, die von der Verwaltung vorgesehene aktive Prarkraumsteuerung und -erweiterung schnell umzusetzen und zu kommunizieren. Für die ansässigen Unternehmen sollten subventionierte Parkgebührenerstattungen ermöglicht werden.
  5. Transparenz in der Kommunikation
    Das IHK-Gremium Erlangen wünscht sich in Bezug auf Gutachten zur Schadstoffbelastung eine transparentere Kommunikation sowie die Einholung tatsächlicher Messwerte zusätzlich zu den bisherigen Berechnungen.

AZUBI AKADEMIE des Bundes der Selbständigen (BDS) startet ins siebte Jahr

Die Teilnehmer der diesjährigen BDS AZUBIAKADEMIE haben im Juli von Staatsminister Joachim Herrmann ihre Zertifikate für die erfolgreiche Teilnahme an der vom Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration ideell unterstützten und mit dem Staatswappen gezeichneten Weiterbildungsmaßnahme überreicht bekommen.

Im Oktober startet das siebte Akademie Jahr. Das Vorbereitungstreffen mit Informationen und Unterrichtsplanerstellung findet am

Donnerstag, 20.09.18, 11.00 Uhr,
im Multimediaraum des Landratsamtes Erlangen,
Nägelsbachstraße 1, Erlangen statt. 

Die BDS AZUBIAKADEMIE steht allen Ausbildungsbetrieben in der Stadt Erlangen offen. Sie ist eine Möglichkeit für KMUs ihren Auszubildenden Inhalte und Werte zu vermitteln, die über den Berufsschulstoff hinausgehen – eine Selbstverständlichkeit in Großbetrieben – bei kleineren Firmen aber oft schwer umsetzbar. Die Themen legen die Unternehmer gemeinsam fest. Der Unterricht wird abwechselnd von den Ausbildern gehalten, deren Firmen an der BDS AZUBIAKADEMIE teilnehmen und findet etwa einmal im Monat für einen Vormittag statt.

Die Teilnahme am Unterricht ist für BDS-Mitgliedsbetriebe kostenfrei. Nichtmitglieder zahlen für den ersten Teilnehmer 200 €, für jeden weiteren 100 € Verwaltungskosten. Die BDS AZUBIAKADEMIE ist eine Initiative des BDS in Kooperation mit dem Wirtschaftsreferat der Stadt Erlangen.

Weitere Informationen zum Konzept der BDS AZUBIAKADEMIE und bereits laufenden Projekten finden Sie auch im Internet unter www.bds-azubiakademie.de.

Clearaudio: Tonmeister aus Erlangen

Trotz Musik-Downloads und -Streaming: Clearaudio stellt erfolgreich hochwertige Vinyl-Abspielgeräte her.

Es passt auf den ersten Blick nicht in die heutige Zeit: Die Erlanger Plattenspieler-Manufaktur Clearaudio electronic GmbH verkauft ihre Geräte aktuell in 81 Ländern der Erde und erzielt damit zwölf Mio. Euro Umsatz mit steigender Tendenz. Eigentlich war 1989 der Tod der Schallplatte eingeläutet, als der Technologieriese Sony den Abschied von Vinyl verkündete und auf die damalige Weltneuheit Compact Disc setzte. Heute ist die CD auf den absteigenden Ast gerutscht, die Schallplatte dagegen erlebt ein für viele unerwartetes Comeback. Sony baut in Tokio ein Presswerk. Der weltweite Großhandelsumsatz mit Vinyl erreichte 2016 rund 560 Mio. US-Dollar und damit 23,5 Prozent mehr als im Vorjahr, in Deutschland hat sich der Umsatz zwischen 2008 und 2016 verachtfacht. Das nach eigenen Angaben weltweit größte Schallplattenpresswerk im tschechischen Lodenice stellt mit 1 400 Mitarbeitern im Dreischichtbetrieb täglich 65 000 der wieder heiß begehrten Scheiben her – auch wenn sich der runde Tonträger hierzulande mit einem Marktanteil von 4,4 Prozent immer noch in der Nische befindet.

Robert Suchy ist bei Clearaudio für den Export zuständig und seit 2005 in der Geschäftsführung tätig – zusammen mit seinen Geschwistern Veronika, die im Personal arbeitet, und Patrick, der bei Entwicklung und Design aktiv ist. Suchy sieht als Ursache des Booms das „GänsehautFeeling, wenn man Musik in ihrer Reinheit und Klarheit erlebt“. Er merke das bei Schulklassen, die die Firma besuchen und denen er zuerst die blecherne Musik aus dem Handy vorspielt. Dann legt er eine Platte in die 400 Kilo schwere Anlage namens „Statement“ und liefert den klaren und wuchtigen Clearaudio-Sound: „Als ob die Band mit im Raum wäre“, sagt er. Der Nachwuchs sei dann schier aus dem Häuschen.

Vater Robert Suchy, Jahrgang 1945, einst Ingenieur im Kraftwerksbau, hatte 1978 in Fürth die Firma ins Leben gerufen und zuerst Lautsprecher sowie Tonabnehmer produziert. Schon im ersten Jahr erntete er weltweite Popularität, als er sich einen vollsymmetrischen Tonabnehmer mit Bor-Nadelträger patentieren ließ – bis heute Maßstab für viele Hersteller. Ab 1990 konzentrierte er sich auf Plattenspieler. Für sein Lebenswerk erhielt er von der Zeitschrift „Stereoplay & Audio“ die in der Branche begehrte Auszeichnung „Das Goldene Ohr“.

Seine Kinder schwimmen auf der Erfolgswelle weiter, sammeln Preise en masse und folgen dabei der Devise des Unternehmens, wonach dessen Produkte global einzigartig und unverwechselbar seien und sich den Anforderungen der audiophilen Musikliebhaber in aller Welt individuell anpassten. Clearaudio-Geräte – zwischen 1 200 Euro und in Sonderanfertigung für weit über 100 000 Euro zu haben – werden von einer 50-köpfigen Belegschaft in Handarbeit gefertigt, mit hochwertigen Materialien, berührungslosen Magnetantrieben sowie mit Panzerholz, das unter dem Druck von 60 Tonnen verleimt wurde, was zum „absolut ruckel- und rumpelfreien Lauf“ führt. 90 Prozent der Produkte gehen in den Export – jeweils ein Drittel nach Amerika, nach Europa/Afrika und nach Asien/Pazifik, wobei sich die USA, China, Großbritannien und die Philippinen zu Wachstumstreibern entwickeln.

Die 2001 bezogene Zentrale am Rande des Erlanger Meilwalds – wo 55 bis 60 Prozent der Teile der Plattenspieler selbst hergestellt werden – platzt bei nur 2 800 Quadratmetern Nutzfläche aus allen Nähten. So bezog man ein Teilelager in Tennenlohe und ein Archiv in Forchheim, das hauptsächlich alte Prototypen beheimatet. „Vielleicht mal was für ein Museum“, sagt Suchy. In diesem könnte die Nachwelt dann erfahren, dass es einen Wirtschaftszweig gegeben hat, bei dem Analog gegen Digital gewinnen konnte – aus heutiger Sicht ein äußerst seltenes Phänomen.

Autor:

(ug.)

Jobwalk in Erlangen: Karrierewege in neuem Format

Rund 10 000 Besucher kamen am 16. Juni zum ersten Jobwalk auf den Erlanger Schlossplatz. Über 70 regionale und überregionale Aussteller, darunter auch die IHK Nürnberg für Mittelfranken, informierten dort über mögliche Berufswege in ihren Unternehmen.

Mehr als 400 offene Stellen waren ausgeschrieben. Organisator war die Agentur „Augenmaß“ aus Bubenreuth, die im Bereich Personalmarketing tätig ist. Laut einer Aussteller- und Besucherumfrage zeigten sich die Teilnehmer sehr zufrieden mit den Gesprächen und Kontakten.

Quelle: Wirtschaft in Mittelfranken 07|2018, https://www.ihk-nuernberg.de/de/IHK-Magazin-WiM/WiM-Archiv/WIM-Daten/2018-07/ihk-welt/karrierewege-in-neuem-format