Verkehrsführung ab 19. August in der Neuen Straße verändert

Hinweisschilder kündigen neue Verkehrsführung an

Große mobile LED-Hinweistafeln im Bereich der Drausnick- und Hindenburgstraße kündigen seit Montag (5. August) die künftige veränderte Verkehrsführung in der Neuen Straße an, die ab 19. August in Kraft tritt. Ab diesem Zeitpunkt kann die Achse Neue Straße vom Autoverkehr mit Ausnahme von Notfallfahrten nicht mehr in Fahrtrichtung Westen durchfahren werden. Nach einer ca. zweiwöchigen Umbauphase schließt sich der einjährige Probebetrieb an. Die Probephase wird von der Verkehrsbehörde Stadtverwaltung intensiv beobachtet, um gegebenenfalls korrigierend eingreifen zu können.

Quelle: Stadt Erlangen, https://www.erlangen.de/desktopdefault.aspx/tabid-1768/3974_read-35764/

Intego: Maschinen mit Adleraugen

Qualitätsprüfung durch High-tech: Die Anlagen des Erlanger Unternehmens spüren selbst kleinste Fehler in der Produktion auf.

Ökonomische Nischen, in denen man durch einzigartige Kompetenz zum Marktführer wachsen kann, sind in der deutschen Wirtschaft nach wie vor vorhanden – man muss sie nur finden. Die promovierten Ingenieure Thomas Wagner und Peter Plankensteiner wagten nach sechsjähriger Grundlagenforschung im Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen (IIS) den Schritt in die Selbstständigkeit: Denn 1999 spezialisierten sie sich mit der Intego GmbH auf den Bau von Sondermaschinen für optische Qualitätsprüfaufgaben.

Anfangs war das Unternehmen noch im Innovations- und Gründerzentrum Nürnberg-Fürth-Erlangen (IGZ) angesiedelt. Die mehr als 500 Prüfanlagen, die seither in Erlangen fertiggestellt wurden und die in aller Welt zum Einsatz kommen, spüren kleinste Fehler in der Produktion auf – und ersparen den Auftraggebern durch die frühzeitige Entdeckung Millionenbeträge. Intego entwickelt schlüsselfertige Anlagen und Software, die beim Anwender konfiguriert und in den jeweiligen Produktionsprozess integriert werden.

Begonnen hat alles mit dem weltweiten Handy-Boom: Die Hersteller wollten vermeiden, dass sich die Käufer über nicht ganz klare Display-Abdeckungen oder unsauber ausgestanzte Lautsprecher-Öffnungen ärgern. Also mussten bei der Produktion die Fehler von vorneherein ausgeschlossen werden. Das schaffte das automatische Kameraprüfsystem von Intego: Spritzfehler wie schwarze Punkte, Materialeinschlüsse und Schlieren, Oberflächenfehler wie Staubabdrücke, Kratzer und Lackierfehler oder falsche Abmessungen bei Aufdrucken oder Folien – die in Erlangen entwickelte Technologie konnte solche Unsauberkeiten bis in den Bereich von einem Hundertstel Millimeter erkennen und so schadhafte Teile aussortieren. Dieser Anspruch, Premiumqualität zu garantieren, gilt bis heute. „Unser Markt ist da, wo sehr hohe ästhetische Anforderungen an ein Produkt gestellt werden und eine optische Fehlerfreiheit des Produkts zwingend erforderlich ist“, sagt Dr. Thomas Wagner.

Neue Branchenschwerpunkte

Innerhalb von zwei Jahrzehnten sind freilich andere Branchenschwerpunkte wichtig geworden: Bei der Fertigung von Solarwafern, -zellen und -modulen, von Airbags und LED-Beleuchtungseinheiten in der Automobilproduktion, aber auch in der Halbleiterindustrie gibt es Bedarf. Zunehmend attraktiv wird der von hohen Stückzahlen geprägte Labor- und Medizingerätemarkt, zumal es dabei nicht nur um die Optik, sondern um die Einhaltung von funktionalen Vorschriften geht: „Ein Oberflächenfehler eines Behältnisses kann z. B. zu falschen Laborergebnissen führen“, erklärt Wagner.

Auszeichnungen pflastern den Weg des Unternehmens – so der Gründerpreis der IHK Nürnberg für Mittelfranken im Jahr 2002 oder der „Semikron Innovationspreis 2016“, den Intego als Teil eines Konsortiums gewann, dem auch das Fraunhofer-Institut, die Universität Erlangen-Nürnberg und Infineon angehören. Diesem Quartett war es gelungen, einen kostengünstigen Test zu entwickeln, mit dem sich kleinste Defekte bereits auf Siliziumkarbid-Wafern, dem Rohmaterial für neuartige Bauelemente, nachweisen lassen. Die Entwicklung verfügt im Mikrometer-Bereich über eine Null-Fehler-Toleranz und ist damit hundertprozentig zuverlässig. Bauelemente, die später im Betrieb ausfallen würden, lassen sich so sicher identifizieren und markieren.

Permanent neu erfinden

Der Jahresumsatz von Intego schwankt – je nach Auslastung und Auftragseingang – zwischen fünf und zehn Mio. Euro. „Wir müssen uns permanent neu erfinden“, so Wagner angesichts der unterschiedlichen Anforderungen, die die etwa 30 Kunden pro Jahr stellen. Im Ausland erzielt das Unternehmen 30 bis 40 Prozent des Umsatzes, mit den US-amerikanischen Kunden als hauptsächliche Zielgruppe. 50 Beschäftigte sind für Intego in der 2008 bezogenen Unternehmenszentrale in der Henri-Dunant-Straße tätig, die Hälfte verfügt über einen beruflichen Hintergrund im Ingenieurwesen. 2009 folgte die Gründung einer Tochterfirma in Singapur, 2015 die Beteiligung als Investor an der Erlanger Evosys Laser GmbH und 2016 die Einweihung einer neuen Produktionshalle.

Erlangen sei aufgrund der Nähe zur Universität und zum Fraunhofer-Institut nach wie vor der ideale Standort. „Wir sind damit am Puls der Zeit“, sagt Wagner. Das gilt übrigens auch im Solarbereich: Intego baut nicht nur Prüfanlagen für andere, sondern setzt für die eigene Energieversorgung Solarmodule seiner Kunden auf den Gebäudedächern ein. Damit werde über das Jahr gesehen genug Energie für den internen Stromverbrauch sowie für Heizung und Kühlung erzeugt, wodurch Intego kohlendioxidneutral arbeite.

Autor: ug.

Wirtschaftsreferent Konrad Beugel trifft Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger

Beim letzten IHK Kammergespräch am 24.07.2019 hat Wirtschafts- und Finanzreferent Konrad Beugel auch Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger getroffen. Der bayerische Staatsminister für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie skizzierte im historischen Rathaussaal in Nürnberg vor den geladenen Gästen aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung in seinem Vortrag die „Grundlinien bayerischer Wirtschaftspolitik vor dem Hintergrund von Globalisierung und Digitalisierung“. Insbesondere sprach er über die Megatrends Digitalisierung und Automatisierung, aber auch über die Chancen bei Forschungsthemen rund um die Mobilität der Zukunft.

Geschäftsführer der NürnbergMesse Dr. Roland Fleck, Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger und Wirtschaftsreferent der Stadt Erlangen Konrad Beugel

Brodos.net: Vernetzte Läden

Die Brodos AG in Baiersdorf ist in der Mobilfunkbranche ein wichtiger Akteur: Das Unternehmen versorgt Mobilfunkläden, Elektronikmärkte, aber auch Dax-Konzerne u. a. mit Smartphones, Festnetztelefonen und Navigationsgeräten. Das Tochterunternehmen Brodos.net GmbH wiederum bietet stationären Händlern eine Art Kiosk-Lösung, mit der sich die Läden kanalübergreifend digital aufstellen können, z. B. mit Online-Shops, Shopping-Apps und digitalen Ladenregalen im Geschäft. Die Tochter des Baiersdorfer Unternehmens will damit Einzelhändler ansprechen, die sich bei der Digitalisierung auf eine bloße Website beschränken, ohne darüber hinaus digitalen Zusatznutzen zu bieten. „Eine Website ist noch keine Digitalisierung“, so Geschäftsführer Udo Latino.

Brodos.net verfolgt dieses Anliegen auch vor dem Hintergrund des in den letzten Jahren stark wachsenden Online-Handels. Dieser fordert die stationären Händler heraus, denn sie müssen gegenüber dem Einkaufen vom Sofa aus einen Zusatznutzen bieten können, etwa persönliche Beratung oder Services wie Reparaturen. Dafür seien Kunden auch bereit, mehr zu zahlen. Gleichzeitig dürften Einzelhändler aber ihre Online-Präsenz nicht vernachlässigen, denn dort könnten die Kunden von zuhause aus im Produktsortiment stöbern, sich informieren und die gewünschte Ware dann im Laden anschauen oder dorthin bestellen. Vielen kleinen Händlern fehle für einen solchen Online-Shop aber das Know-how, die finanziellen Mittel und die Zeit.

Mit dem Omnikanal-Konzept richtet sich Brodos.net nicht nur an Mobilfunkhändler, sondern auch an andere Branchen wie Modeläden, Fahrradgeschäfte und Möbelhäuser. Latino ist sich sicher, mit diesem System ein Alleinstellungsmerkmal zu bieten, da es keine vergleichbaren Anbieter für eine solche kanalübergreifende Lösung für den Handel gebe. „Da die Basis für jedes funktionierende Omnichannel-System immer auch die tagesaktuellen Artikeldaten sind, kommt uns die Erfahrung im Anbinden von Lieferanten und Hersteller als Distributor zugute“.

IHK-Gründerpreisträger 2019 aus Erlangen

Die Erlanger Frör Unternehmensgruppe erhält 2019 den IHK-Gründerpreis. Die Firma wurde für den erfolgreichen Generationenübergang in Verbindung mit einer Neuausrichtung des Unternehmens ausgezeichnet.

Bei der IHK heißt es u.a. dazu:

„Beispielhafte Unternehmensnachfolge und erfolgreiche Neuaufstellung: Damit hat die Frör-Group aus Erlangen den IHK-Gründerpreis 2019 gewonnen. 2015 hatte Johannes Lehmann zusammen mit seiner Schwester Ulrike nach dem Tod der Mutter, der Inhaberin, die Unternehmensgruppe
übernommen. Sie besteht heute aus den Erlanger Firmen Frör Kunststofftechnik GmbH (Medizin und Verpackungstechnik), der Frör FVT Verpackungs- und Transportsysteme GmbH (Produktion und Vertrieb von Getränkekisten) sowie der Plaho Spielwaren GmbH im thüringischen Steinach (Oberflächenveredlung). Die Unternehmensgruppe, die von Johannes Lehmann als Geschäftsführendem Gesellschafter und seinem Vater Joachim Lehmann als Geschäftsführer geleitet wird, ist
seit der Umstrukturierung beständig gewachsen: Die Mitarbeiterzahl stieg von 125 auf 164, davon etwa sechs Prozent Auszubildende. Auch wirtschaftlich steht die Frör-Gruppe sehr gut da: „Wir haben eine Eigenkapitalquote von rund 70 Prozent.“…“

Quelle: IHK Nürnberg für Mittelfranken, https://www.ihk-nuernberg.de/de/Geschaeftsbereiche/Standortpolitik-und-Unternehmensfoerderung/gruendung/IHK-Gruenderpreis/erfolgreiche-unternehmensstarter

Baustelle Bundesstraße 4

Hier die aktuelle Planung für die Baustelle auf der B4:

Brücke an der Weinstraße über B4 – Instandsetzung Anfahrschaden

geplante Bauzeit: Mo. 27.05.2019 – Fr. 30.08.2019

Die Brücke an der Weinstraße über die B4 muss wegen eines Anfahrschadens saniert werden.

Dadurch wird es zu Behinderungen und Sperrungen in diesem Bereich kommen.

  • ab 27.05.2019 Herstellung der Beschilderung
  • ab 03.06.2019 Herstellung Mittelstreifenüberfahrt
  • ab 10.06.2019 Instandsetzungsarbeiten unter der Brücke mit Sperrung des rechten Fahrstreifens Richtung Nürnberg. Verkehr wird über den Mittelstreifen auf den gegenüberliegenden Fahrstreifen geführt
  • ab 17.06.2019 bis 01.07.2019 – Vollsperrung der Einfahrtsrampe Richtung Nürnberg. Umleitung geht über Sebastianstraße und Wetterkreuz
  • ab 01.07.2019 geänderte Verkehrsführung
  • ab 12.07.2019 geänderte Verkehrsführung
  • ab 26.07.2019 Änderung auf die normale Verkehrsführung
  • bis zur endgültigen Fertigstellung am 30.08.2019 ist noch mit einzelnen Tagesbaustellen zu rechnen

Veranlasser der Baumaßnahme: Staatliches Bauamt Nürnberg

Quelle: Stadt Erlangen: https://www.erlangen.de/desktopdefault.aspx/tabid-1274/704_read-36091/

Datolution: Clevere Brandmeldetechnik

Die Datolution GmbH in Erlangen stellt Software und Web-Anwendungen für Sicherheits- und Brandmeldetechnik her. Sie wurde vor vier Jahren aus der Schraner Holding GmbH in Erlangen ausgegründet, einem Hersteller von Brandschutztechnik. Der Grund hierfür sei der Trend zur Digitalisierung in der Sicherheits- und Brandmeldetechnik gewesen.

Zu den Produkten von Datolution gehört eine digitale mobile Leitzentrale, die den Rettungskräften eine schnelle Orientierung am Einsatzort ermöglichen soll. Dabei überträgt das System sogenannte Feuerwehrlaufkarten auf Smartphones oder Tablets und hilft so, die Melder und damit die Brandherde zu orten. So sind z. B. stille Alarmierungen in Einrichtungen wie Seniorenheimen möglich, um Unruhe unter den Gebäudeinsassen zu vermeiden und die Rettung ruhig durchführen zu können. Ein weiteres Produkt aus dem Hause Datolution ist ein System, mit dem sich Brandmeldeanlagen per Smartphone oder Tablet warten lassen. Dabei werden die für die Wartung relevanten Informationen von der Brandmeldezentrale generiert und auf das Endgerät des Technikers übertragen.

Die junge Firma, die von Dr. Verena Schraner geleitet wird, beschäftigt derzeit sieben Mitarbeiter und betreut mit ihren Produkten Kunden in Deutschland, Österreich und im europäischen Ausland. Die Schraner-Gruppe als Muttergesellschaft wiederum wurde vor 25 Jahren von Geschäftsführer Stefan Schraner gegründet. Zu ihren Produkten gehören u. a. Branddetektoren, Sprachalarmierungen, Signalgeber und Peripherietechnik für Feuerwehren bei Brandmeldeanlagen. Derzeit arbeiten rund 100 Beschäftigte bei dem Unternehmen, das für 2019 einen Umsatz von acht Mio. Euro erwartet.

Michael Müller Verlag: Reiselust analog und digital wecken

Das Erlanger Verlagshaus ist auf Reiseführer spezialisiert und erschließt sich damit Zielgruppen in der digitalen Welt.

Im Jahr 1979 machte sich der gelernte Kfz-Mechaniker Michael Müller per Anhalter nach Portugal auf, um seinen ersten Reiseführer zu schreiben. Das daraus entstandene Büchlein zum alternativen Reisen hatte ein entsprechendes Layout: Enge Schreibmaschinenschrift und handgezeichnete Skizzen prägten das Erscheinungsbild. Der Portugal-Führer war gegen Vorkasse per Scheck zu bekommen, angesichts des heute durchdigitalisierten Buchmarkts eine skurrile Vorstellung. Der Buchhandel habe damals abgewunken, für die sei es kein richtiges Buch gewesen, erinnert sich Müller. Aber es war der Anfang der Michael Müller Verlag GmbH in Erlangen, die zum Spezialisten für Individualreiseführer wurde.

Denn Müller war von seiner Idee überzeugt, abseits von vermeintlichen oder tatsächlichen Sehenswürdigkeiten viele praktische Tipps zum Reiseziel weiterzugeben. Auf diese Weise sollte auch ein Blick hinter die üblichen Touristenkulissen möglich sein. Zu den praktischen Gesichtspunkten gehörten beispielsweise Infos, in welchen portugiesischen Werkstätten man sein marodes Auto reparieren lassen konnte. Doch für den Autor, Verleger und Vertriebsmanager in Personalunion waren die ersten Jahre hart: „Ich hatte praktisch kein Geld“, erinnert sich der Firmengründer. Die Wende kam mit dem Reiseführer für Kreta, der ein paar Jahre später erschien und sich schnell als „Kreta-Bibel“ für Rucksack-Reisende mit Interrail-Ticket etablierte.

Im Rückblick nennt Müller auch den Einstieg in die digitale Welt vor zehn Jahren eine schwierige Zeit, als das Unternehmen erste Gehversuche mit einer Reise-App machte. Neben den Investitionskosten sei die Suche nach Informatikern eine Herausforderung gewesen: Sie seien von der Traditionsbranche Buchhandel nur schwer zu überzeugen gewesen. Mittlerweile hat der Verlag ein großes Spektrum an digitalen Angeboten aufgebaut: Im Zentrum steht die Mmtravel-App, über die man Zugriff auf 24 digitale Wander- und Stadtführer erhält. Außerdem gibt es über 150 E-Books im Sortiment. Sieben Programmierer beschäftigen sich mit der Transformation der Reiseführer in die Online-Welt und verbessern die Anwenderfreundlichkeit. Außerdem stellte der Verlag den Vertrieb der Reise-Apps um: Hatte er diese früher noch zum Kauf angeboten, können die Kunden sie je nach Bedarf für einen Monat oder länger gegen Bezahlung nutzen.

Digitale Produkte für den Kundennachwuchs

Die digitalen Produkte sollen auch die Zukunft des Verlags sichern, der seit 1989 seine Geschäfte von der ehemaligen Erlanger Gerberei aus betreibt. Bei den klassischen Buchkunden freut sich Müller über eine treue Leserschaft, allerdings altert sie kontinuierlich und es kommen wenig junge Käufer nach. Immerhin entwickle sich das Reisebuchgeschäft besser als der gesamte Buchmarkt. Um eine jüngere Kundschaft zu gewinnen und an das Haus zu binden, ergänzt das Online-Reiseportal des Verlags die bestehenden Produkte. Dort finden sich Reportagen abseits bekannter Routen, Neuigkeiten oder ein Forum, bei dem sich Reiselustige untereinander austauschen können. Auch ein eigenes Portal für Übernachtungen in Hotels, Herbergen, Ferienhäusern sowie auf Campingplätzen soll den Community-Gedanken stärken. Mit diesen digitalen Angeboten und Inhalten sieht sich Müller als führend im Reisebuchmarkt an.

In den letzten Jahren hatten die digitalen Aktivitäten des Verlags die Veröffentlichung neuer Reiseführer auf rund vier Titel pro Jahr zurückgehen lassen. In diesem Jahr sind u. a. mit Albanien, Oslo und Porto sieben neue Publikationen vorgesehen. Bei den neuen Titeln bediene man auch das zunehmende Interesse an Stadtführern, die allerdings in vergleichsweise kleinen Auflagen herausgegeben werden. Hinzu kommt die neue Reihe „Stadtabenteuer“, die sich auf Nischenthemen in den Städten konzentriert. Außerdem will Müller seinen Markennamen auf dem Gebiet der Fernreisen verstärken, im Weltmarkt mitmischen und dafür die beiden Reiseführer für die portugiesischen Ziele Lissabon und Porto ins Englische übersetzen.

Der Umsatz seines Unternehmens sei in den letzten Jahren stabil geblieben, aktuell beziffert Müller ihn auf sechs Mio. Euro. Der Anteil digitaler Produkte rangiere noch im einstelligen Prozentbereich, entwickle sich aber hoch dynamisch, so der Firmenchef. Derzeit hat er 20 Beschäftigte, darunter sieben Informatiker, sowie rund 80 freie Autoren, die für den Verlag arbeiten. Man sei auf der Suche nach weiteren Autoren, um Lücken im Verlagsprogramm zu schließen. Um einen Reiseführer zu erstellen, benötigten die Autoren viel Freiraum, denn ein Buch zu produzieren sei weniger planbar als beispielsweise ein Motorblock.

Pläne für die Zukunft

Der 66-jährige Müller selbst hat im letzten Jahr seine Frau Judit Ladik sowie Katharina Hokema als Geschäftsführerinnen an Bord geholt, um sich selbst zu entlasten. So war es möglich, dass er für die Aktualisierung des Porto-Führers – neben der Toskana sein zweites Spezialgebiet – zwei Monate vor Ort recherchieren und prüfen konnte. Er kenne in der zweitgrößten portugiesischen Stadt praktisch jedes Restaurant. Die nächsten zehn Jahre will er vornehmlich als Autor aktiv sein, als Verleger will er dagegen insbesondere den digitalen Kurs im Blick behalten.

Ein Generationswechsel ist allerdings noch offen. Seine beiden Kinder studieren Physik und Geografie, konkret soll es erst in zehn Jahren werden. Zunächst hatte Müller sich auch gefragt, ob er überhaupt angesichts des vermeintlichen Niedergangs des Produkts Buch seinen Kindern guten Gewissens einen Einstieg empfehlen könne. Das gedruckte Buch werde es aber immer geben, ist er sich sicher. Und mit dem Ausbau der Online-Angebote sehe er für seinen Verlag eine positive Zukunft.

Autor: tt.

Brakhoff Getränke: Inhaberwechsel nach 50 Jahren

Maria Brakhoff-Salzmann geht im Alter von 73 Jahren in den Ruhestand. Die von ihr gegründete Brakhoff Getränke und mehr GmbH in Erlangen-Frauenaurach wird unter dem bisherigen Firmennamen von den neuen Besitzern Martin Aman und Felix Merkle weitergeführt, die alle zwölf Beschäftigten übernehmen.

Das auf Wein spezialisierte Unternehmen wurde 1969 im Erlanger Ortsteil Geisberg gegründet und zog fünf Jahre später auf das jetzige Gelände in Frauenaurach um. 1983 ausgebaut und 1999 um eine Halle vergrößert, umfasst es heute 3 000 Quadratmeter Nutzfläche mit 550 Quadratmetern Verkaufsraum. Rund 2 000 Produkte finden sich im Sortiment, das vorwiegend aus Wein, Champagner und Spirituosen in hochwertiger Qualität besteht. Daher stammen die Abnehmer zum Großteil aus der gehobenen Gastronomie und Hotellerie im Umkreis von 40 Kilometern. Mit dem Verkauf an diese Kunden erzielt Brakhoff etwa 50 Prozent seines Umsatzes. Ein weiteres Viertel kommt aus dem Handel mit der Industrie, wo die Spezialitäten des Erlanger Unternehmens u. a. als Werbegeschenke gefragt sind. Für diese Kundengruppe gibt Brakhoff einen Präsentekatalog heraus, der in einer Auflage von 11 000 Exemplaren erscheint. Insgesamt zählt die Liste der Stammkunden etwa 800 Adressen. Abgesehen von diesen Vertriebswegen gehört auch der klassische Einzelhandel zum Geschäft, der auch Getränke wie Bier, Fruchtsaft und Mineralwasser abdeckt und auf den 20 Prozent des Umsatzes entfallen.

Die Nachfolger kennen sich vom Betriebswirtschaftsstudium in Augsburg und betreiben mit 15 Mitarbeitern eine ähnliche Firma im schwäbischen Buchloe, die sie vor vier Jahren übernommen haben. In der Branche kennt man die Inhaber der Aman & Merkle GmbH von einschlägigen Messen als Italien-Experten, die Liebe zum Wein übernahmen sie von ihren Vätern. Künftig wollen sie in Erlangen das Stammpublikum betreuen, aber auch junge Leute ansprechen, z. B. mit einer Hausmesse mit namhaften Winzern. „Wir hoffen auf vielfache Synergieeffekte, die wir aus beiden Standorten ziehen wollen“, sagt Aman.

Autor:

ug.