Fraunhofer IAO entwickelt »Straße der Zukunft« mit Partnerstädten Ludwigsburg und Erlangen

In dem vom BMBF geförderten Projekt »Straße der Zukunft« unterstützen die Fraunhofer-Institute IAO und IGB Kommunen dabei, ressourceneffiziente Straßen zu planen und umzusetzen. Gemeinsam mit Partnern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung werden in Erlangen und Ludwigsburg modellhaft Stadtplanungsprozesse optimiert und neue Lösungen erprobt.

Als Versuchsquartier in Erlangen dient dabei der Siemens Campus.

Quelle: Fraunhofer IAO, https://www.iao.fraunhofer.de/lang-de/presse-und-medien/aktuelles/2205-nachhaltige-stadtstrassen-als-blaupause-fuer-kommunen.html?utm_campaign=News_19_11

IHK-Standortumfrage 2019 für Erlangen vorgestellt (mit Video)

Das IHK-Gremium Erlangen hat die Ergebnisse der Standortumfrage 2019 vorgestellt. 47 Standortfaktoren wurden bzgl. ihrer Bedeutung und Zufriedenheit bei ausgewählten Mitgliedsunternehmen abgefragt.

Foto: Fuchs/IHK

86,5 % antworteten, dass sie ihren Standort weiterempfehlen würden. Die wichtigsten Ergebnisse erläuterte Eva Didion, Geschäftsbereich Standortpolitik und Unternehmensförderung der IHK Nürnberg für Mittelfranken:

  • Hohe Weiterempfehlungsquote (87 Prozent) spiegelt hohe Zufriedenheit mit dem Standort Erlangen, aber geplantes Wachstum kann oftmals nicht am Standort realisiert werden.
  • Hohe Zufriedenheit mit Stärken in den Themen
    – Lebensqualität, Medizinische Versorgung
    – Anbindung an das Fernstraßennetz
  • Dringendster Handlungsbedarf
    – Grundstücks- und Immobilienpreise/-mieten
    – Verfügbarkeit von beruflich qualifizierten Arbeitskräften

Die Ergebnisse der IHK-Standortumfrage 2019 finden Sie im Detail unter https://www.ihk-nuernberg.de/de/Geschaeftsbereiche/Standortpolitik-und-Unternehmensfoerderung/standort-statistik/Standortberatung/standortumfrage/ihk-standortumfrage-2019/ 

Ein Video zur Veranstaltung finden Sie auf https://www.ihk-nuernberg.de/de/wir-ueber-uns/geschaeftsstellen-gremien/ihk-gremien/ihk-gremium-erlangen/vorstellung-der-ihk-standortumfrage-2019/

Eisert: Erlanger Institution für Mode und Sport

Die Modehaus Eisert GmbH in Erlangen kann in diesem Jahr auf eine 100-jährige Geschichte zurückblicken. Das Unternehmen entstand 1919, als die Kaufleute Ludwig und Margarete Eisert einen Großhandel für Weiß-, Woll- und Kurzwaren in der Hauptstraße gründeten, dem fünf Jahre später das erste Ladengeschäft folgte.

1949 eröffnete die erste Sport-Filiale als Herren- und Sportartikelgeschäft, ebenfalls in der Hauptstraße. Zehn Jahre später entstand der Neubau des Textil- & Sporthaus Eisert am heutigen Standort in der Hauptstraße 1, nun allerdings unter der Geschäftsführung von Fritz Hennes, dem Sohn der Firmengründerin, und damit in der zweiten Generation.

Der dritte Generationswechsel erfolgte 1973, als dessen Tochter Heidi Menapace und ihr Ehemann Horst Menapace gemeinsam die Nachfolge antraten. 1991 baute Eisert das Stammhaus grundlegend um, zudem trat mit Thilo Menapace die vierte Generation des Familienunternehmens die Geschäftsführung an. Im Lauf der 90er Jahre öffneten weitere Niederlassungen in Herzogenaurach und Erlangen, darunter das Sportfachhandelsgeschäft Intersport Eisert GmbH in der Sedanstraße mit 2 000 Quadratmetern Verkaufsfläche. Anja Menapace folgte ihrem Bruder Thilo 1997 in die Geschäftsführung. Eine besondere Ehre wurde der Erlanger Firma 2004 zuteil, als sie vom Handelsverband Bayern als „Unternehmen des Jahres“ ausgezeichnet wurde.

Ein Schicksalsschlag ereilte die Unternehmerfamilie Ende 2011, als Thilo Menapace plötzlich verstarb. Christian Bier, Ehemann von Anja Menapace, trat daraufhin 2012 in die Geschäftsführung ein. Unter seiner Leitung reagierte Eisert in den folgenden Jahren auf das veränderte Kundenverhalten sowie die zunehmende Digitalisierung in der Branche: 2014 startete das Unternehmen, bei dem aktuell rund 100 Mitarbeiter arbeiten, einen Online-Shop für Intersport und verpasste heuer der Webseite des Modehauses einen neuen Anstrich.

IHK-Zukunftshändler: Erlanger Marktschwärmer unter den Preisträgern

Die Vorteile des stationären Handels und die neuen Möglichkeiten der digitalen Kundenansprache kombinieren: Wie das geht, haben die Preisträger des Wettbewerbs „IHK-Zukunftshändler 2019“ vorgemacht, die die IHK Nürnberg für Mittelfranken auszeichnet.

Der Preis, den die IHK in diesem Jahr zum dritten Mal vergibt, geht an fünf Unternehmerinnen. Darunter Nina Knode und Kerstin Kreitlein von Marktschwärmer in Erlangen.

Die Preisträger in diesem Wettbewerb, der in diesem Jahr unter dem Motto „Mein lokaler Lieblingsladen“ steht, wurden erstmals in einem zweistufigen Verfahren ermittelt: Kunden konnten auf der Website www.zukunftshaendler.de Geschäfte für den Preis vorschlagen, die sich daraufhin bei der IHK bewerben konnten. Anschließend wählte eine Jury die besten aus.

Nun nach Erlangen:

Marktschwärmer, Erlangen, Inhaberinnen Nina Knode und Kristin Kreitlein

Zum deutschlandweiten Marktschwärmer-Netzwerk gehört die Nina Knode und Kristin Kreitlein GbR in Erlangen: Einmal wöchentlich veranstalten sie am E-Werk einen Wochenmarkt, der über die Online-Plattform „Marktschwärmer“ organisiert wird. Die Vorgehensweise: Die Kunden melden sich vorab bei ihrer regionalen „Marktschwärmerei“ an und können dann die benötigten Lebensmittel online bestellen. Am Markttag holen sie die Bestellung in Erlangen ab und können sich dabei mit den Erzeugern persönlich über Produkte, Herstellung oder Rezeptideen austauschen.

Die Vorteile liegen auf der Hand: Die Kunden müssen die Produzenten nicht mehr einzeln anfahren, um alle gewünschten Lebensmittel zu bekommen. Die Landwirte wissen immer genau, wie viele Waren sie am Markttag verkaufen werden. Damit können sie besser planen und sparen Zeit und Transportkosten.

Die Jury würdigte das Alleinstellungsmerkmal dieses Ansatzes, das die Konzepte Hofladen, Wochenmarkt und Online-Shop zusammenführe und eine direkte Kommunikation zwischen Kunden und Produzenten ermögliche. Dieses Konzept könnte mit seiner Verbindung von Online-Portal und stationärem Handel auch Vorbildcharakter für andere Warengruppen und Produzenten haben, so die Jury.

https://marktschwaermer.de/de-DE/assemblies/11485

Nutricia: Astronautenkost im Permafrost

Ihre Produkte ernährten schon Grönland-Abenteurer – heute ist die Erlanger Firma auf medizinische Nahrungsmittel spezialisiert.

Drei Südtiroler Bergsteiger starteten 1983 ein waghalsiges, ja lebensgefährliches Abenteuer: Als erste Menschen durchquerten sie, ganz ohne externe Hilfsmittel, das grönländische Inlandeis an seiner breitesten Stelle. 88 Tage lang gab es an der 1 400 Kilometer langen Strecke keinerlei Ansiedlung, kein Versorgungsdepot – nur eine einzige weiße Eiswüste, im Extremfall mit minus 73 Grad Gefrierschrank-Kälte und 300 Stundenkilometern Hurrikan-Windgeschwindigkeit. Sie überlebten, wie fünf Jahre später zwei weitere Bergsteiger-Kollegen, dank ihres einzigen Proviants, den sie dabei hatten: Biosorbin MCT, eine synthetische Nahrung von Pfrimmer, älteren Erlangern bekannt als traditionsreiche einheimische Pharma-Firma. Sie war 1919 von Jacques Pfrimmer in Nürnberg gegründet worden. Nachdem die Fabrikanlage 1943 zerstört wurde, siedelte er das Unternehmen acht Jahre später nach Erlangen um. Das Nachfolgeunternehmen Nutricia, heute im Erlanger Röthelheimpark beheimatet, feiert deshalb in diesem Jahr das 100-jährige Bestehen.

An Pfrimmer, das ursprünglich chirurgisches Nahtmaterial hergestellt hatte, erinnern medizinische Meilensteine: Ein Beispiel ist Tutofusin, das 1925 als erste industriell hergestellte Blutersatzlösung der Welt produziert wurde. Entwickelt wurde sie in Zusammenarbeit mit Prof. Wolfgang Weichardt, dem damaligen Bakteriologen der Erlanger Universität. Unzählige Verwundete des Zweiten Weltkriegs dürften dieser Infusionslösung ihr Leben verdanken. Dann wandte sich Pfrimmer der enteralen Ernährung zu und schuf schließlich 1959 mit Aminofusin eine Nährlösung für Kliniken im In- und Ausland. Darauf wurde die US-amerikanische Weltraumbehörde Nasa aufmerksam und interessierte sich Mitte der 60er Jahre für eine spezielle Trinknahrung, die Reisende im Weltall auf langen Flügen und unter Extrembedingungen mit allen nötigen Nährstoffen versorgen sollte. Es war die Geburtsstunde der sogenannten Astronautenkost.

Grundlage für Sondennahrung

Die Pfrimmer-Entwicklung fand zwar nie Anwendung in der Raumfahrt, denn sie soll wegen des unangenehmen Geschmacks von den Astronauten abgelehnt worden sein. Doch sie schuf die Grundlage für die moderne medizinische Trink- und Sondennahrung. 1969 wurde Vivasorb als erstes Präparat zur Verwendung in der enteralen Ernährung in Deutschland eingesetzt. In Wasser gelöst, lieferte ein Päckchen 300 Kalorien. Heute ist die künstliche Ernährung ein essenzieller Bestandteil, wenn man Patienten erfolgreich behandeln bzw. ihre Therapie möglichst positiv gestalten will, die nicht ausreichend essen können, dürfen oder wollen. Dazu gehören Menschen mit Stoffwechselstörungen oder chronisch entzündlichen Darmerkrankungen, Krebskranke und Pflegebedürftige. Grundsätzlich werden Patienten dem Unternehmen zufolge immer dann enteral ernährt, wenn die normale orale Nahrungsaufnahme nicht oder nur teilweise möglich ist. So leiden etwa 1,5 Mio. Menschen in Deutschland, vor allem Alte und chronisch Kranke, unter einer Mangelernährung. Nutricia liefert hierfür das Gegenmittel. Auch der Raucher-Entwöhnungskaugummi „Nicorette“ entstammt den Labors in Erlangen. 2009 kam die Fortimel Compact Trinknahrung mit der damals höchsten Energiedichte auf den Markt: 2,4 Kilokalorien pro Milliliter. 2018 folgte eine weitere Innovation mit einer Spezialnahrung für Säuglinge mit Kuhmilchprotein-Allergie („Neocate Syneo“).

Pfrimmer ging 1991 mit der holländischen Nutricia-Gruppe zusammen, seit 2007 gehört es zur medizinischen Sparte des Danone-Konzerns, der zuletzt insgesamt 24,7 Mrd. Euro umsetzte und in über 50 Ländern weltweit vertreten ist. Ebenfalls 1991 zog das Unternehmen von der Hofmannstraße nach Tennenlohe, 2011 bezog es dann den aktuellen Standort im Röthelheimpark. Hier arbeiten neben den Geschäftsführern Ulrich Zihla und Steffen Iff etwa 200 der insgesamt 400 Beschäftigten in Deutschland, die zusammen einen Umsatz von 120 Mio. Euro erzielen.

Große Chancen für Ernährungsprodukte

Sie wirken in Erlangen im Vertrieb, aber auch im seit 1986 bestehenden Ernährungsteam mit heute 55 Personen, das gemeinsam mit Angehörigen, Ärzten und Pflegekräften die Patientenversorgung sicherstellt. Es unterstützt alle Beteiligten bei der Erstellung von Ernährungsempfehlungen, erleichtert das Entlassungsmanagement in Kliniken und sichert so einen reibungslosen Übergang in den ambulanten Bereich. Eine halbe Mio. Menschen sind in Deutschland zwingend auf enterale Ernährungsprodukte angewiesen. Die Zahl der Betroffenen steigt weiter an, darauf weist schon die demografische Entwicklung hin. Das wiederum eröffnet dem Unternehmen im Hinblick auf seine wirtschaftliche Zukunft große Chancen.

Im konzerneigenen Forschungszentrum in Utrecht arbeiten mehr als 400 Mitarbeiter, die sich auf die Therapiefelder Onkologie, Gebrechlichkeit, Schlaganfall, Intensivmedizin, Alzheimer und Kinderheilkunde mit Gedeihstörung und Epilepsie konzentrieren. Die Nutricia GmbH unterhält darüber hinaus eine eigene Akademie und bietet damit ein breites Seminarangebot für Angehörige entsprechender Fachdisziplinen. Sie lobt seit 2002 jährlich – auch zu Ehren der wissenschaftlichen Arbeit von Werner Fekl, der von 1957 an fast 30 Jahre lang wissenschaftlicher und technischer Leiter von Pfrimmer war – den Förderpreis für Nachwuchswissenschaftler im Bereich klinische Ernährung aus. Der Preis ist mit 5 000 Euro dotiert und wird in Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin und der Gesellschaft für klinische Ernährung der Schweiz verliehen.

Autor: (ug.)

Der Beck: Der Weggla-Riese

Das Erlanger Unternehmen gehört zu den 30 größten Backwaren-Filialisten in Deutschland und hat dafür seine ganz eigenen Erfolgsrezepte.

Es begann einst mit der 1895 gegründeten Bäckerei Ziegler in Tennenlohe. Aus dieser entstand „Der Beck“ in Erlangen, einer der größten Gastrobetriebe in Deutschland, und die Inhaberfamilie Beck baut das Unternehmen weiter aus: Es verzeichnet jährlich wachsende Umsatzzahlen, zuletzt 87 Mio. Euro im Jahr und betreibt rund 150 Filialen mit inzwischen 1 550 Beschäftigten, davon 1 250 im Verkauf und 88 als Bäcker. Der Erlanger Großbetrieb setzt mit seinen Filialen sowie der Marke „Casa Pane“ in Nürnberg, Erlangen und Fürth und demnächst Forchheim allein 28 Mio. Euro um. Zusätzliche drei Mio. generieren sieben Standorte der Tochterfirma „Mr. Bleck Coffeeshop“.

Der Warenumschlag ist enorm: Pro Stunde können 6 300 Brezen produziert werden, täglich 92 500 Semmeln und 59 000 Teile Kleingebäck, allein am Faschingsdienstag 150 000 Krapfen. 27 000 Brote in bis zu 28 verschiedenen Sorten – vom fränkischen Bauernlaib bis zum Bamberger Rustikus, vom Dinkelvollkorn- bis zum Roggen-Buchweizenbrot, vom Ciabatta bis zum dänischen Kernebröd, vom Nussknacker bis zum Gassenhauer, vom Walliser Dinkelwurz bis zum Käsefreund mit Aprikosen. Diese und andere Sorten wurden jeweils bei sogenannten „Genussaktionen“ angeboten, um die Resonanz bei den Kunden zu testen. Die Backwaren werden von der Lkw-Flotte über 25 Touren in die Filialen gebracht – dazu selbstproduziertes Eis, Zutaten für das Snack-Angebot sowie Getränke. Das Bäckereiunternehmen wartet immer wieder mit Innovationen auf. So versucht es sich ständig an neuen Produkten und greift Geschmackstrends auf, z. B. Bagels oder Muffins. Siegfried Beck weiß um die Vorbehalte gegenüber Fließbandprodukten, pocht aber gerade deswegen auf Qualität. Denn bei großen Mengen ließen sich Gewürze, Körner, Mehlanteile und Backzeiten am besten ausbalancieren. „Ein Bäcker muss gut, ehrlich und konsequent sein, dann kommt er auch weiter“, sagt der Geschäftsführer. „Und du musst immer einen Schritt schneller laufen, um vorne zu bleiben.“

Immer Neues ausprobieren

Einer der „Schrittmacher“ ist Brotsommelier Harald Pommer, der seit zwei Jahren von der Geschichte des Brotes erzählt, in die Geheimnisse der Herstellung einweiht, Degustationen mit Käse von „Maître Affineur“ Volker Waltmann sowie mit Rot- und Weißweinen veranstaltet. Brot lässt sich erleben, erschmecken und erriechen, auch mit Schinken und Bier. Die Kulinarik-Seminare mit dem Sommelier sind ebenso beliebt wie die Führungen durch die Produktion mit Schulklassen und Erwachsenengruppen. „Wenn der Betrieb nicht sauber wäre, würden wir das nicht machen können“, betont Siegfried Beck, der 28 Jahre lang als Kreishandwerksmeister bzw. dessen Stellvertreter das Handwerk an vorderster Front vertreten hat. Er weiß den Trend zur Größe richtig einzuschätzen: „Das Gestern ist vorbei. Und den Kunden kann niemand ändern“, sagt er. „Wer ihn halten will, muss eben etwas anbieten, was ihm besser schmeckt und gefällt als anderswo.“ Ein Bäcker müsse sich mit seiner eigenen Premium-Qualität vom Supermarkt bzw. Discounter absetzen und auch die Möglichkeit bieten, nach dem Einkauf ein Café-Erlebnis zu genießen, erklärt Beck. Sein Betrieb verarbeitet übrigens 80 Tonnen Kaffee im Jahr.

Drei bis sechs Filialen werden pro Jahr geschlossen – und an anderen Standorten, wo sich Chancen etwa durch Neubaugebiete ergeben, wieder eröffnet. Gutes Scouting macht sich da bezahlt – vergleichbar mit Fußballvereinen. Apropos Sport: „Der Beck“ unterstützt die SpVgg Greuther Fürth, den Erlanger Handball-Club, die IceTigers sowie den Erlanger Inklusionsdienst „Access“, bei dem sich Ehefrau Petra und Sohn Dominik Beck als Beiratsmitglieder engagieren und den das Unternehmen mit Arbeitsplätzen für Behinderte unterstützt. Weitere von der Bäckerei geförderte Projekte sind das Therapiereiten („Leila“) für behinderte Kinder in Röthenbach bei Altdorf, eine offene Fahrradwerkstatt („Beckwheel“) mit dem Don-Bosco-Jugendwerk Nürnberg für Jugendliche und das Palliativteam der Kinderklinik des Uni-Klinikums Erlangen.

Gesellschaftliches Engagement

Mit der „Der-Beck-Kinderfonds-Stiftung“, die 1998 gegründet und in Erinnerung an den 2017 tödlich verunglückten Sohn der Familie in „Alexander-Beck-Kinderfonds-Stiftung“ umbenannt wurde, wird Kindern und Jugendlichen auf vielfältige Weise Hilfe zuteil. „Soziales Handeln verankern wir im Unternehmen – so wie das Handwerk in der Gesellschaft verankert ist“, sagt Petra Beck über dieses umfangreiche Engagement. Da ist es nicht verwunderlich, dass Siegfried Beck schon das Bundesverdienstkreuz erhielt und Petra Beck den Ehrenbrief der Stadt Erlangen. Außerdem gingen bereits der Marketing-Oscar vom Marketing-Club Nürnberg und der „Service-König“ vom Magazin „Focus“ an das Unternehmen, ebenso der „Große Preis des Mittelstands“ der Leipziger Patzelt-Stiftung und dreizehn Mal das Urteil „Sehr gut“ bei den Qualitätstests 2018 und 2019 des Deutschen Brotinstituts. Auch beim Marketing bleibt der Großbäcker auf Trab, beispielsweise mit Werbeauftritten und Sponsoring-Aktivitäten für Kultureinrichtungen, die auf Brötchentüten beworben werden.

Das Unternehmen führt seinen Erfolg auch auf sein Umweltengagement zurück. Auch der bayerische Umwelt- und Verbraucherminister Thorsten Glauber beurteilte dieses bei einem Firmenbesuch im Sommer positiv. Geschäftsführer Siegfried Beck hat dabei die neueste Maßnahme präsentiert: den Verzicht auf Vinylhandschuhe beim Verkauf und in der Produktion. Damit werden nicht nur etwa 20 Tonnen des schlecht wiederverwertbaren Kunststoffs pro Jahr eingespart, sondern auch – was im ersten Moment überraschen mag – der Hygienestandard verbessert. Denn beim Verkauf werden die Produkte nicht mit bloßen Händen angefasst, sondern immer Hilfsmittel verwendet, z. B. eine Gebäckzange oder eine Serviette bei Imbissprodukten. In Zusammenarbeit mit der Lebensmittelüberwachung wurden Tests durchgeführt, um richtiges Händewaschen zu schulen und zu kontrollieren.

Der umfangreiche Nachhaltigkeitsbericht 2019 gibt Auskunft über mannigfaltige Bemühungen, z. B.  beim Verpackungsmaterial, wie Siegfried Beck versichert. Unterteile von Salatschalen sind kompostierbar, für die Herstellung der Oberteile werden PET-Flaschen recycelt, Pappteller zum Einpacken von Kuchen stammen aus nachwachsenden Rohstoffen und das Papier für die Gebäcktüten ist aus Holz aus nachhaltiger Waldwirtschaft hergestellt. Beim Einkauf der Rohstoffe wird auf Regionalität geachtet, was Wege verkürzt und Verpackungen reduziert: Das Mehl liefern Mühlen aus Pommersfelden und Scheinfeld, Konfitüren kommen aus Haßfurt, Fruchtsäfte aus Feucht, Gemüse und Salate aus dem Knoblauchsland, 11 000 täglich in der Backstube frisch aufgeschlagene Eier von freilaufenden Hühnern aus Kleinweisach und die Wurst von Traditionsmetzgern aus Bamberg, Dietenhofen und Grafenwöhr – für alle Kunden nachprüfbar.

Vielfältige Umweltmaßnahmen

Übriggebliebenes Brot und Gebäck liefert „Der Beck“ u. a. an zehn Tafeln, Projekte der Obdachlosenhilfe sowie Mudra Nürnberg, Laufer Mühle und Caritas. Zudem werden in der Filiale in der Erlanger Gebbertstraße hygienisch einwandfreie Backwaren vom Vortag mit 50 Prozent Rabatt verkauft. Der Rest dient als Futtermittel bzw. zur Energieerzeugung in einer Biogasanlage. „Jeder Produktionsabfall ist Geld wert und wird weiterverwertet“, sagt Beck. Auch sonst unternimmt der Großbäcker zahlreiche Aktivitäten im Bereich Klimaschutz, Ressourceneffizienz und Rohstoffeinsparung: Dazu gehören Photovoltaik-Anlagen auf den Dächern der Backstube und mehrerer Filialen, ein 2014 erbautes 380-Kilowatt-Blockheizkraftwerk und eine mit zwei Mio. Euro Investitionskosten eingerichtete Korbspülanlage, die für die Reinigung der 25 000 Brotkörbe nur noch ein Drittel der bisher benötigten Energie verbraucht. Hinzu kommt ein elektrischer Streetscooter-Lieferwagen und die finanzielle Förderung der Beschäftigten, wenn sie mit einem E-Bike zur Arbeit kommen. Und nicht zuletzt sorgen allein sechs angestellte Qualitätsbeauftragte in der Zentrale und in den Filialen dafür, dass alle Ziele, die sich das Unternehmen gesteckt hat, auch erfüllt werden.

Quelle: Wirtschaft in Mittelfranken 10|2019, https://www.ihk-nuernberg.de/de/IHK-Magazin-WiM/WiM-Archiv/WIM-Daten/2019-10/Koepfe/der-weggla-riese

Frör Group: Alles in Form

Der Spezialist für Kunststoffprodukte hat seine Unternehmensnachfolge erfolgreich gemeistert – und wächst seitdem beständig.

Beispielhafte Unternehmensnachfolge und erfolgreiche Neuaufstellung: Damit hat die Frör-Group aus Erlangen den IHK-Gründerpreis 2019 gewonnen. 2015 hatte Johannes Lehmann zusammen mit seiner Schwester Ulrike nach dem Tod der Mutter, der Inhaberin, die Firmen-Gruppe übernommen. Sie besteht heute aus den Erlanger Firmen Frör Kunststofftechnik GmbH (Medizin- und Verpackungstechnik), Frör FVT Verpackungs- und Transportsysteme GmbH (Produktion und Vertrieb von Getränkekisten) sowie Plaho Spielwaren GmbH im thüringischen Steinach (Oberflächenveredlung). Die Unternehmensgruppe wird von Johannes Lehmann, Geschäftsführender Gesellschafter, und  seinem Vater Joachim Lehmann als Geschäftsführer geleitet.

Seit der Umstrukturierung ist die Gruppe beständig gewachsen: Die Mitarbeiterzahl stieg von 125 auf 164, davon etwa sechs Prozent Auszubildende, u. a. Industriekaufleute, Spritzgießer, Werkzeugmechaniker, Fachkräfte für Lagerlogistik oder Lackierer. „Wir bilden auch Mitarbeiter aus, die schon lange Jahre im Betrieb sind, aber keinen Beruf erlernt haben“, sagt Johannes Lehmann. Auch wirtschaftlich steht die Frör-Gruppe sehr gut da: „Wir haben eine Eigenkapitalquote von rund 70 Prozent.“

Die Produktpalette hat sich in der Firmengeschichte immer wieder gewandelt, von Dentaltechnik, Sportschuhsohlen und Spielwaren hin zu Teilen für Medizintechnikgeräte, Bierkästen und Lebensmitteldosen. 1951 gründete Werner Frör, ein gelernter Zahntechniker, in Erlangen sein Unternehmen ursprünglich als Dentallabor. Schon nach kurzer Zeit kam eine eigene Kunststoffspritzerei hinzu. Weil viele Brauereien in dieser Zeit von Holz- auf Kunststoffkästen umstellten, riet ihm ein verwandter Hopfenhändler dazu, Bierkästen zu produzieren. So liefen in den 60er Jahren die ersten Getränkekästen vom Band, die sich anfangs erst noch gegen die bis dahin verwendeten Holzkisten durchsetzen mussten. „Damals waren Getränkekästen aus Kunststoff alles andere als etabliert, doch der Pioniergeist zahlte sich aus“, sagt Geschäftsführer Joachim Lehmann.

Später kamen Spielwaren und Stollensohlen für Fußballschuhe dazu, die aber heute nicht mehr produziert werden. Bierkästen sind dagegen weiterhin ein großes Thema: 18 eigene Modelle hat Frör aktuell im Angebot, rund zwei Mio. Stück stellt das Unternehmen pro Jahr her, überwiegend für regionale Brauereien. Noch größere Stückzahlen fallen im Bereich Dünnwandtechnik an: Für Süßwaren-Hersteller produziert die Firma etwa zehn Mio. Lebensmitteldosen jährlich.

Das wichtigste Standbein ist heute jedoch die Medizintechnik. Frör stellt zum Beispiel Verkleidungsteile für Magnetresonanz-Tomographen her, die bei der Thüringer Tochter weiter veredelt werden. „Wir fertigen von manchen Produktionen nur zehn Stück im Jahr. Unser Kunde schätzt hier die hohe Fertigungstiefe, die wir ihm anbieten“, sagt Johannes Lehmann. Sein Betrieb baut nicht nur die Formen, sondern entwickelt diese auch für die Kunden aus den Designdaten und produziert die Prototypen, erläutert der Geschäftsführende Gesellschafter. Rund 1 950 verschiedene Kunststoffartikel fertigt und veredelt das Unternehmen heute. Etwa 7 500 Tonnen Granulat in 40 verschiedenen Sorten werden dafür jährlich verarbeitet. Dazu liegen mehr als 1 800 verschiedene Werkzeuge – Formen von 20 Kilogramm bis acht Tonnen – im Lager.

Autor: (leo.)

Bauarbeiten an der B4 noch bis zum 21. September 2019

Die Fertigstellung der Instandsetzung der Brücke der ER 3 (Weinstraße) über die B 4 nördlich von Erlangen-Tennenlohe verzögert sich laut Staatlichem Bauamt Nürnberg auf den 21. September 2019.

Der Einhub der beiden neuen Brückenträger verzögert sich um ca. 7 Wochen aufgrund von Lieferschwierigkeiten des Betonwerks.

Quelle: Staatliches Bauamt Nürnberg, https://www.stban.bayern.de/service/medien/pressemitteilungen/2019/28/

Verkehrsführung ab 19. August in der Neuen Straße verändert

Hinweisschilder kündigen neue Verkehrsführung an

Große mobile LED-Hinweistafeln im Bereich der Drausnick- und Hindenburgstraße kündigen seit Montag (5. August) die künftige veränderte Verkehrsführung in der Neuen Straße an, die ab 19. August in Kraft tritt. Ab diesem Zeitpunkt kann die Achse Neue Straße vom Autoverkehr mit Ausnahme von Notfallfahrten nicht mehr in Fahrtrichtung Westen durchfahren werden. Nach einer ca. zweiwöchigen Umbauphase schließt sich der einjährige Probebetrieb an. Die Probephase wird von der Verkehrsbehörde Stadtverwaltung intensiv beobachtet, um gegebenenfalls korrigierend eingreifen zu können.

Quelle: Stadt Erlangen, https://www.erlangen.de/desktopdefault.aspx/tabid-1768/3974_read-35764/

Intego: Maschinen mit Adleraugen

Qualitätsprüfung durch High-tech: Die Anlagen des Erlanger Unternehmens spüren selbst kleinste Fehler in der Produktion auf.

Ökonomische Nischen, in denen man durch einzigartige Kompetenz zum Marktführer wachsen kann, sind in der deutschen Wirtschaft nach wie vor vorhanden – man muss sie nur finden. Die promovierten Ingenieure Thomas Wagner und Peter Plankensteiner wagten nach sechsjähriger Grundlagenforschung im Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen (IIS) den Schritt in die Selbstständigkeit: Denn 1999 spezialisierten sie sich mit der Intego GmbH auf den Bau von Sondermaschinen für optische Qualitätsprüfaufgaben.

Anfangs war das Unternehmen noch im Innovations- und Gründerzentrum Nürnberg-Fürth-Erlangen (IGZ) angesiedelt. Die mehr als 500 Prüfanlagen, die seither in Erlangen fertiggestellt wurden und die in aller Welt zum Einsatz kommen, spüren kleinste Fehler in der Produktion auf – und ersparen den Auftraggebern durch die frühzeitige Entdeckung Millionenbeträge. Intego entwickelt schlüsselfertige Anlagen und Software, die beim Anwender konfiguriert und in den jeweiligen Produktionsprozess integriert werden.

Begonnen hat alles mit dem weltweiten Handy-Boom: Die Hersteller wollten vermeiden, dass sich die Käufer über nicht ganz klare Display-Abdeckungen oder unsauber ausgestanzte Lautsprecher-Öffnungen ärgern. Also mussten bei der Produktion die Fehler von vorneherein ausgeschlossen werden. Das schaffte das automatische Kameraprüfsystem von Intego: Spritzfehler wie schwarze Punkte, Materialeinschlüsse und Schlieren, Oberflächenfehler wie Staubabdrücke, Kratzer und Lackierfehler oder falsche Abmessungen bei Aufdrucken oder Folien – die in Erlangen entwickelte Technologie konnte solche Unsauberkeiten bis in den Bereich von einem Hundertstel Millimeter erkennen und so schadhafte Teile aussortieren. Dieser Anspruch, Premiumqualität zu garantieren, gilt bis heute. „Unser Markt ist da, wo sehr hohe ästhetische Anforderungen an ein Produkt gestellt werden und eine optische Fehlerfreiheit des Produkts zwingend erforderlich ist“, sagt Dr. Thomas Wagner.

Neue Branchenschwerpunkte

Innerhalb von zwei Jahrzehnten sind freilich andere Branchenschwerpunkte wichtig geworden: Bei der Fertigung von Solarwafern, -zellen und -modulen, von Airbags und LED-Beleuchtungseinheiten in der Automobilproduktion, aber auch in der Halbleiterindustrie gibt es Bedarf. Zunehmend attraktiv wird der von hohen Stückzahlen geprägte Labor- und Medizingerätemarkt, zumal es dabei nicht nur um die Optik, sondern um die Einhaltung von funktionalen Vorschriften geht: „Ein Oberflächenfehler eines Behältnisses kann z. B. zu falschen Laborergebnissen führen“, erklärt Wagner.

Auszeichnungen pflastern den Weg des Unternehmens – so der Gründerpreis der IHK Nürnberg für Mittelfranken im Jahr 2002 oder der „Semikron Innovationspreis 2016“, den Intego als Teil eines Konsortiums gewann, dem auch das Fraunhofer-Institut, die Universität Erlangen-Nürnberg und Infineon angehören. Diesem Quartett war es gelungen, einen kostengünstigen Test zu entwickeln, mit dem sich kleinste Defekte bereits auf Siliziumkarbid-Wafern, dem Rohmaterial für neuartige Bauelemente, nachweisen lassen. Die Entwicklung verfügt im Mikrometer-Bereich über eine Null-Fehler-Toleranz und ist damit hundertprozentig zuverlässig. Bauelemente, die später im Betrieb ausfallen würden, lassen sich so sicher identifizieren und markieren.

Permanent neu erfinden

Der Jahresumsatz von Intego schwankt – je nach Auslastung und Auftragseingang – zwischen fünf und zehn Mio. Euro. „Wir müssen uns permanent neu erfinden“, so Wagner angesichts der unterschiedlichen Anforderungen, die die etwa 30 Kunden pro Jahr stellen. Im Ausland erzielt das Unternehmen 30 bis 40 Prozent des Umsatzes, mit den US-amerikanischen Kunden als hauptsächliche Zielgruppe. 50 Beschäftigte sind für Intego in der 2008 bezogenen Unternehmenszentrale in der Henri-Dunant-Straße tätig, die Hälfte verfügt über einen beruflichen Hintergrund im Ingenieurwesen. 2009 folgte die Gründung einer Tochterfirma in Singapur, 2015 die Beteiligung als Investor an der Erlanger Evosys Laser GmbH und 2016 die Einweihung einer neuen Produktionshalle.

Erlangen sei aufgrund der Nähe zur Universität und zum Fraunhofer-Institut nach wie vor der ideale Standort. „Wir sind damit am Puls der Zeit“, sagt Wagner. Das gilt übrigens auch im Solarbereich: Intego baut nicht nur Prüfanlagen für andere, sondern setzt für die eigene Energieversorgung Solarmodule seiner Kunden auf den Gebäudedächern ein. Damit werde über das Jahr gesehen genug Energie für den internen Stromverbrauch sowie für Heizung und Kühlung erzeugt, wodurch Intego kohlendioxidneutral arbeite.

Autor: ug.