Sparkasse Erlangen: Mit gutem Ergebnis in die Fusion

„Die Luft wird dünner!“, so fasste der Vorstandsvorsitzende der Stadt- und Kreissparkasse Erlangen, Johannes von Hebel, das abgelaufene Geschäftsjahr zusammen. Man könnte dies auch als Begründung für den von allen Aufsichtsbehörden abgesegneten Zusammenschluss mit der Kreissparkasse Höchstadt heranziehen: Trotz der Einigkeit der Entscheidungsgremien beider Geldinstitute waren die Fusionsgespräche von Widerstand aus Höchstadt begleitet, angeführt vom dortigen Bürgermeister Gerald Brehm. Er mündete sogar in ein Bürgerbegehren mit 2 653 Unterschriften. Zudem musste das Ansbacher Verwaltungsgericht erst den Antrag auf eine einstweilige Anordnung ablehnen, um dem Kreistag Erlangen-Höchstadt einen letztlich positiven Beschluss mit 47 zu 8 Stimmen zu ermöglichen. Damit kommt es am 1. Juli 2017 zur Gründung der neuen Stadt- und Kreissparkasse Erlangen-Höchstadt-Herzogenaurach mit einer Bilanzsumme von 5,5 Mrd. Euro, zu der Höchstadt 830 Mio. Euro beiträgt. Das neue Institut wird dann auf Platz sechs unter allen bayerischen Sparkassen rangieren.

In die monatelange Fusionsdebatte hatte sogar der katholische Dekan Kilian Kemmer mit einem Offenen Brief und Sorgen um „Stellenabbau und Kundenbelastungen“ eingegriffen. Und Höchstadts Bürgermeister, einstiger Prüfer im Raiffeisenverband, fürchtete sinkende Steuereinnahmen. Auf einer Bürgerversammlung konterte Landrat Alexander Tritthart, Verwaltungsratsvorsitzender der Höchstadter Sparkasse, angesichts von Niedrigzinspolitik, Regulatorik und Digitalisierung in der Branche drohten „stürmische Zeiten“. Die Fusion sei der richtige Weg ans rettende Ufer: „Dämme baut man im Trockenen, nicht erst dann, wenn das Wasser steigt.“

Von Hebel sieht Synergieeffekte, die durch das höhere Geschäftsvolumen der vereinigten Sparkasse vor allem im Vertrieb genutzt werden können – das Ziel: Marktanteile hinzu gewinnen. Aufgabenbereiche ließen sich effizient gestalten und das bisherige Filialnetz erhalten. Unterstützung erhält er vom Bürgermeister der Stadt Herzogenaurach, Dr. German Hacker, der auf gute Erfahrungen seit der Fusion Erlangen-Herzogenaurach im Jahre 1929 verweist.

Angesichts der politischen Turbulenzen um die Fusion rückt das Jahresergebnis 2016 der Erlanger Sparkasse etwas in den Hintergrund. Trotz spürbaren Rückgangs des Zinsergebnisses um zehn Prozent konnte der Jahresüberschuss mit acht Mio. Euro auf Vorjahresniveau gehalten werden. Die Kredite wuchsen um 8,1 Prozent auf drei Mrd. Euro, die Einlagen um 1,5 Prozent auf 3,8 Mrd. Euro. Der Immobilienbereich litt unter dem Rückgang von Bauträgerobjekten und des Angebots an Gebrauchtimmobilien.

Der Personalstand – in Spitzenzeiten noch bei über 1 000 – hat sich auf 863 Mitarbeiter verringert. Bis 2021 erwartet der Vorstand durch natürliche Fluktuation einen weiteren Abbau von etwa 90 Stellen. Das gesamte Beratungsportfolio soll in allen Geschäftsstellen vorgehalten werden und bei Privatkunden soll es für Einlagen kein Verwahrentgelt bzw. keinen Negativzins geben.

Druckhaus Haspel Erlangen: Druckleistungen mit Leuchtkraft

Das familiengeführte Unternehmen Druckhaus Haspel Erlangen e. K. produziert seit 90 Jahren Druckerzeugnisse. Die Geschichte begann im Oktober 1926, als der Kaufmann Hans Höfer und der Schriftsetzer Hans Limmert die Druckerei „Höfer und Limmert“ gründeten und im Erlanger Zentrum ansiedelten. Sie nahmen die Arbeit mit einer kleinen Boston-Tiegeldruckpresse, einer Stoppzylindermaschine und einer Schreibmaschine auf. Im Jahr 1987 firmierte das Druckhaus von „Höfer und Limmert“ in „Druckhaus Mayer“ um, 1996 übernahm Michael Haspel das Unternehmen und führt es bis heute. Im Dezember 2009 erfolgten der Umzug der Geschäfts- und Produktionsräume in den Neubau nach Erlangen-Frauenaurach und die Umfirmierung in Druckhaus Haspel Erlangen e. K.

Ende letzten Jahres wagte Haspel die Übernahme der Nürnberger Druckerei Eugen Seubert GmbH. Für ein kleines Familienunternehmen ein großer Schritt, die Zahl der Beschäftigten wuchs dadurch um vier auf jetzt insgesamt 18, alle Seubert-Mitarbeiter konnten weiterbeschäftigt werden. Gründe für diesen Schritt waren vor allem die Ergänzung des Produkt- und Serviceangebots und das gewonnene Wissen in den Bereichen Digitaldruck und Workflow. Durch die neu hinzugekommenen Maschinen ist nun vernetztes Arbeiten möglich: Alle Prozesse im Betrieb wurden durch automatisierte Programme optimiert, was eine wirtschaftlichere Materialplanung und verbesserte Datenkontrolle bedeutet.

Durch die stetige Erneuerung des Maschinenparks ist Haspel heute in der Lage, seinen Kunden ein breites Portfolio an Druckleistungen anzubieten. Neben Beratung und Konzeption im Vorfeld sind Offset- und Digitaldruck, Stanzungen und Veredelungen im Programm.

Zur Jubiläumsfeier der nach eigenen Angaben ältesten Druckerei Erlangens besuchten auch Staatssekretär Stefan Müller, der bayerische Innenminister Joachim Herrmann und CSU-Kreisvorsitzende Alexandra Wunderlich das Unternehmen. Die Gäste lobten den Vorbildcharakter des Unternehmens im Hinblick auf den Klimaschutz, wozu u. a. entsprechende Zertifizierungen, die Verwendung von Biodruckfarben und Recyclingmaterialien, der Einsatz chemiefreier Plattenentwicklung, eine eigene Photovoltaik-Anlage sowie die Produktion mit 100 Prozent Ökostrom zählen. Michael Haspel verwirkliche erfolgreich seinen Anspruch, mit dem wertvollen Rohstoff Papier verantwortungsvoll umzugehen.

Human Optics: Wieder in der Gewinnzone

Die Rückkehr in die Gewinnzone und der Ausbau des Standorts St. Augustin befeuern derzeit das Geschäft der Erlanger Human Optics AG, Hersteller von Augenimplantaten.

Der Jahresüberschuss belief sich im Geschäftsjahr, das Mitte 2016 endete, auf 157 000 Euro – im Vorjahr wurde noch ein Fehlbetrag von 138 000 Euro registriert. Von der positiven Entwicklung profitierte auch der Aktienkurs, der um rund 35 Prozent zulegte. Auch die Umsatzerlöse wuchsen um 17 Prozent auf 10,5 Mio. Euro. Den Aufschwung beflügelten vor allem die internationalen Absatzmärkte (plus 22 Prozent), an der Spitze China, gefolgt von den USA, Russland, Vietnam, Polen, den Philippinen sowie Frankreich.

Das Geschäft in Deutschland war mit einem Wachstum von sieben Prozent zufriedenstellend. Die Exportquote erhöhte sich demzufolge von 65 auf 68 Prozent. Der Vorstand erwartet für das laufende Geschäftsjahr 2016/17 einen Umsatzanstieg von zehn bis 15 Prozent. Um weiteres Wachstum zu garantieren, investierte Human Optics am Standort St. Augustin in Nordrhein-Westfalen in die Automation zusätzlicher Produktionsprozesse.

Quelle: Wirtschaft in Mittelfranken 1|2017: http://www.ihk-nuernberg.de/de/IHK-Magazin-WiM/WiM-Archiv/WIM-Daten/2017-01/unternehmen/wieder-in-der-gewinnzone

HiFi Forum Baiersdorf: Hier spielt die Musik

Seit 25 Jahren betreibt Heiko Neundörfer die HiFi Forum GmbH in Baiersdorf, wo er und seine Mitarbeiter HiFi-Anlagen, Heimkino- und Smart Home-Lösungen anbieten. Um den audiophilen Kunden die Anlagen auch passend präsentieren zu können, wurden im Ladengeschäft drei separate Hörstudios und ein Heimkino installiert. Dabei hatte Neundörfer klein angefangen, nämlich mit dem Verkauf von Lautsprechern, die ein Studienkollege von ihm baute. Da dies im elterlichen Haus irgendwann nicht mehr zu stemmen war, entstand mit dem Umzug 1991 das HiFi Forum.

Die Firma passte sich konsequent an die rasante technische Entwicklung in diesem Bereich an. Man ging von reinem HiFi- zu High-End-Audio-Lösungen über – Audio-Geräte, die besonders hohen Ansprüchen in Klang und Verarbeitung genügen.

Quelle: WiM 12|2016: http://www.ihk-nuernberg.de/de/IHK-Magazin-WiM/WiM-Archiv/WIM-Daten/2016-12/Koepfe/hier-spielt-die-musik

Kempe: Immobilien, Mineralöl und Sport

Vor 70 Jahren hat der Kriegsversehrte Rudolf Kempe quasi aus dem Nichts heraus den Grundstock für die heutige Erlanger Firmengruppe gelegt. Der 2001 verstorbene Bürgermedaillen-Träger nutzte die Hochkonjunktur zu vielfältigen Geschäftsideen u. a. mit Baustoffen, Immobilien und Mineralöl.

Seine Tochter Katharina steuert heute mit ihrem Schwiegersohn Karsten Reichl das breit aufgestellte Unternehmen.

Als wichtigstes Standbein gilt die Entwicklung eigener Immobilien. So entstand in Möhrendorf ein Projekt mit 75 Wohneinheiten, ein Drittel davon vermietet. Der Stadt stellte man mit einem Gewerbemietvertrag eine Halle für die Unterbringung von Flüchtlingen zur Verfügung. In Möhrendorf betreibt Kempe ein Tennis-Center und nahe der Firmenzentrale wartet ein 40 000 Quadratmeter großes Grundstück auf die Erschließung. Auch sechs Autohöfe mit 700 Lkw-Stellplätzen hat das Unternehmen seit 1990 errichtet: bei Feuchtwangen an der A7, Thurnau (A70), Gollhofen (A7), Kirchberg (A6), Ansbach (A6) und den beim ADAC-Raststättentest siegreichen Autohof bei Burghaslach (A3).

Ein weiterer Schwerpunkt des Unternehmens mit seinen 140 Mitarbeitern ist der schon 1954 begonnene Handel mit Mineralöl. Inzwischen stehen 42 Tankstellen unter Vertrag, davon 40 Prozent mit der Eigenmarke „Elo“. Obwohl das Geschäft mit Treibstoffen in Deutschland rückläufig ist, konnte Kempe den Absatz steigern.

Katharina Kempe und Karsten Reichl unterstützen zahlreiche soziale und kulturelle Einrichtungen sowie den Handball-Erstligisten HC Erlangen. Die beiden Geschäftsführer engagieren sich zudem ehrenamtlich in der IHK: Katharina Kempe im Erlanger IHK-Gremium, Karsten Reichl im Verkehrsausschuss.

Quelle: IHK-WiM 11|2016 (http://www.ihk-nuernberg.de/de/IHK-Magazin-WiM/WiM-Archiv/WIM-Daten/2016-11/Koepfe/immobilien-mineraloel-und-sport)

Language Center Erlangen: Aus aller Herren Länder

Seit der Gründung des Language Centers in Erlangen 1996 hat Rosie Norman-Neubauer das Ziel verfolgt, das Erlernen von Sprachen zu einem Erlebnis zu machen. Die gebürtige Engländerin stellte kurz nach der Gründung vier muttersprachliche Trainer für Deutsch, Französisch, Spanisch und Italienisch ein. 20 Jahre später beschäftigt das Language Center über 40 Sprachtrainer aus der ganzen Welt. Mit der Erweiterung des Mitarbeiterstamms kamen kontinuierlich weitere Sprachen hinzu und so können Interessierte dort auch Japanisch, Chinesisch, Arabisch, Persisch oder Russisch lernen – 15 Fremdsprachen sind es insgesamt. Bis zu 2 000 Sprachschüler schulen Rosie Norman-Neubauer und ihr Team pro Jahr, wobei es neben reinen Sprachkursen auch firmenspezifische Business- und Managementkurse, Coachings bei Unternehmen oder Flexi-Kurse in mehreren Sprachen gibt. Neben der Sprache vermittelt das Team auch Wissen über die Kultur und die Geschäftsetikette der einzelnen Länder.

Seit 2015 ist das Language Center ein autorisiertes Prüfungszentrum (Test of European Language Certificates). Die Prüfungen sind europaweit anerkannt, was beispielsweise für Teilnehmer interessant ist, die an einer Universität studieren möchten. Derzeit besuchen Sprachschüler aus mehr als 35 Ländern die Kurse in der Erlanger Zeppelinstraße. Daneben betreut das Language Center jährlich zwischen 20 und 30 Konzernkunden und ist mit einem Jahresumsatz von rund 600 000 Euro nach eigenen Angaben eine der größten Sprachschulen in der Region.

(Quelle: Wirtschaft in Mittelfranken 10|2016, http://www.ihk-nuernberg.de/de/IHK-Magazin-WiM/WiM-Archiv/WIM-Daten/2016-10/Koepfe/aus-aller-herren-laender)

Opticom GmbH: Servicequalität im Test

Die Opticom GmbH aus Erlangen hat bei einem aktuellen Festnetztest von Breitbandanbietern und Streaming-Portalen die zugrundeliegenden Technologien geliefert. Das Messverfahren PEVQ-S ermöglichte dabei Analysen der tatsächlich wahrgenommen Qualität von Videodiensten wie Amazon, Netflix oder Youtube.

Ein Ergebnis war beispielsweise, dass Verbraucher im Mobilfunknetz im Gegensatz zum Festnetzanschluss eine niedrigere Videoqualität erhalten. Zudem ergab sich in dem Test der Fachzeitschrift „Connect“ mit 2,1 Mio. Einzelmessungen, dass die Technologie (DSL, Kabel, Glasfaser) und die Geschwindigkeit des Anschlusses nicht allein die Videoqualität bestimmen.

Opticom wurde 1995 aus dem Erlanger Fraunhofer-Institut heraus gegründet. Die Firma entwickelt und forscht an verschiedenen Messverfahren, um die Qualität von Sprachübertragung, Audio und Video zu testen. Die IHK hatte die Vorstände Michael Keyhl und Christian Schmidmer 1999 mit ihrem IHK-Gründerpreis ausgezeichnet.

Quelle: http://www.ihk-nuernberg.de/de/IHK-Magazin-WiM/WiM-Archiv/WIM-Daten/2016-09/unternehmen/servicequalitaet-im-test

Erlanger Lasertechnik: Die ganze Welt im Fokus

Das Schweißen, Schneiden und Härten mit Laserstrahlen ist die Spezialität des Unternehmens, das international Marktführer in diesem Segment ist.

„Wir sind schneller als der Rest der Welt!“, sagt Prof. Dr.-Ing. Peter Hoffmann (53) selbstbewusst über sein Unternehmen, die Erlanger Lasertechnik GmbH (Erlas). Mit rund 120 Mitarbeitern erzielt der im Jahr 1998 gegründete Laser-Spezialist heute einen Umsatz von 15 Mio. Euro – ein Mittelständler, der von einem lokalen Dienstleister zu einem weltweit agierenden und in seiner Sparte international führenden Anbieter geworden ist. Rund 400 Projekte hat Erlas bisher verwirklicht – das größte mit einem Auftragswert von über vier Mio. Euro für den Automobilzulieferer Heinrich Huhn in Drolshagen. Dort war man so zufrieden mit der Qualität des Lasersystems aus Erlangen, dass vor Kurzem eine zweite Maschine in gleicher Größenordnung geordert wurde.

Innovation und Forschung liegen gleichsam in den Genen von Erlas, das als Ausgründung aus der Wissenschaft entstanden ist. An der Universität Erlangen-Nürnberg, wo Hoffmann heute als Honorarprofessor am Lehrstuhl für Fertigungstechnologie lehrt, war im Jahr 1987 auf Initiative des Bayerischen Wirtschaftsministeriums ein „Anwenderlabor Lasertechnik“ eingerichtet worden, aus dem 1992 das Bayerische Laserzentrum (BLZ) hervor ging, um das in der Forschung erarbeitete Wissen in die industrielle Produktion zu übertragen. Sechs Jahre später wurde daraus Erlas als eigenständige GmbH ausgegründet, die heute von Prof. Dr.-Ing. Peter Hoffmann zusammen mit seinem Zwillingsbruder Dr.-Ing. Martin Hoffmann geleitet wird.

Die Spezialität von Erlas ist das Schweißen, Schneiden und Härten mittels Laserstrahlen –wissenschaftlich gesehen eine relativ neue Technik, ist doch der erste funktionstüchtige Laser erst 1960 der Weltöffentlichkeit vorgestellt worden. Der Laserstrahl wirkt punktuell, arbeitet verschleißfrei und ist unabhängig von der Geometrie der Werkstücke einsetzbar. Er trennt und fügt unterschiedliche Materialien und ändert Stoffeigenschaften in Höchstgeschwindigkeit. Der weltweite Bedarf für Lasersysteme in Anwendungen von der Medizintechnik über Computersysteme bis zum industriellen Leichtbau wird derzeit auf etwa zehn Mrd. Euro pro Jahr geschätzt.

Die Systeme von Erlas zeichnen sich durch eine hohe Schweißgeschwindigkeit aus: Zehn Blechteile mit 26 Schweißnähten in einer Aufspannvorrichtung fügt die Fertigungslinie in neun Sekunden zusammen – ein nach eigenen Angaben in der Branche unerreichter Wert. Das ermöglicht bei den Kundenunternehmen höchste Stückzahlen in der Massenproduktion und steigert deren Rentabilität deutlich. Den Marktanteil schätzt die Erlas GmbH in ihrem speziellen Segment auf etwa 70 Prozent – weltweit. Hoffmann, dessen Auftragsbücher seit der Firmengründung gut gefüllt sind und der stets auf der Suche nach hoch qualifizierten Mitarbeiter aus Laser- und Automatisierungstechnik ist, bestätigt mit der kontinuierlichen Firmenentwicklung die hohen Erwartungen der Anfangsjahre: Schon damals schätzten Experten das Potenzial des Geschäftskonzepts sehr hoch ein, was sich auch in einer Reihe von Auszeichnungen niederschlug (z. B. IHK-Gründerpreis 2001; „Gründer-Champion 2002“ des Freistaats Bayern).

Mehr unter (http://www.ihk-nuernberg.de/de/IHK-Magazin-WiM/WiM-Archiv/WIM-Daten/2016-09/unternehmen/die-ganze-welt-im-fokus)

Hydrogenious Technologies GmbH: Strom ist flüssig – Pilotprojekte in Erlangen

Strom aus Sonne und Wind ohne Stromtrassen und bei jedem Wetter verfügbar machen: An dieser Aufgabe arbeitet die Hydrogenious Technologies GmbH, die im Jahr 2013 als Ausgründung der Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) entstanden ist. Geschäftsführer Daniel Teichmann spricht von einer Lösung, die nicht nur Bayerns Energiezukunft grundlegend verändern, sondern auch für Asien und Afrika großes Potenzial darstellen könnte.

Seit fünf Jahren tüftelt Teichmann mit den drei FAU-Professoren Wolfgang Arlt, Eberhard Schlücker und Peter Wasserscheid an dem Verfahren „Liquid Organic Hydrogen Carrier“ (LOHC), bei dem regenerativ erzeugter Strom über Wasserstoff verflüssigt und in einer dieselähnlichen Flüssigkeit gespeichert wird. Auf diese Weise kann er einfach, sicher und kostengünstig gelagert und transportiert werden. Gesammelt in Behältern, vergleichbar einem Heizöltank, könnte die Flüssigkeit dann dezentral und völlig gefahrlos in Wohnhäusern oder Fabriken angewandt werden. Machbar sei auch ein Einsatz im Pkw bis zum Jahr 2020, so Teichmann. Sein Unternehmen arbeitet an LOHC-Systemen im Leistungsbereich von 30 Kilowatt bis zu einem Megawatt. Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner, die die Forschungseinrichtung besuchte, sieht im LOHC-Verfahren eine „Zukunftstechnologie, die ein wichtiger Baustein für die Energiewende werden kann“.

Im April 2016 erhielt Hydrogenious für seine Forschungsarbeit den „Innovationspreis der deutschen Wirtschaft“ in der Sparte Start-up. Außerdem gewann das Unternehmen den Bayerischen Gründerpreis und den Hochschulgründerpreis Nordbayern sowie die Auszeichnung beim bundesweiten Businessplan-Wettbewerb „Science4Life-Venture-Cup“.

Ein Prototyp des „Hydrostore-Containers“ zur Stromerzeugung steht inzwischen in einer Halle im Industriepark Erlangen-Eltersdorf, wo Hydrogenious seit September 2014 auf 2 000 Quadratmetern mit 15 Mitarbeitern forscht und entwickelt. Das Zukunftspotenzial des Verfahrens wird dadurch unterstrichen, dass sich der britische Rohstoffkonzern Anglo American Platinum seit 2014 beteiligt. Durch finanzielle Unterstützung will der Weltmarktführer bei Platinmetallen die Entwicklung des Hydrostore-Prototypen zum kommerziellen Produkt vorantreiben. Vorstand Andrew Hinkly glaubt, dass mit der LOHC-Technologie „der Durchbruch von Wasserstoff als massentauglicher Treibstoff und Energieträger“ geschafft ist.

Die Alltagstauglichkeit des Systems soll nun in zwei Pilotprojekten in Erlangen getestet werden. So bereitet Hydrogenious zusammen mit der städtischen Erlanger Wohnungsbaugesellschaft die Integration eines LOHC-Systems mit einer Leistung von 30 Kilowatt in eine mit Photovoltaik ausgerüstete Wohnanlage im Ortsteil Büchenbach vor. Das Bayerische Wasserstoffzentrum der Friedrich-Alexander-Universität will eine kleinere Anlage im Erlanger Angergebiet einsetzen.

Quelle: Wirtschaft in Mittelfranken 7/2016, http://www.ihk-nuernberg.de/de/IHK-Magazin-WiM/WiM-Archiv/WIM-Daten/2016-07/Koepfe/strom-ist-fluessig

IGZ Innovations- und Gründerzentrum: 30 Jahre Pionier in der Gründerszene

Seit 30 Jahren unterstützt das IGZ Innovations- und Gründerzentrum Nürnberg-Fürth-Erlangen junge Unternehmen in den ersten Jahren der Selbstständigkeit. Die Einrichtung mit Sitz im Gewerbegebiet Erlangen-Tennenlohe war 1986 eines der ersten zehn Gründerzentren in Deutschland. Die drei Städte Nürnberg, Fürth und Erlangen tragen und betreiben das IGZ zusammen mit der IHK Nürnberg für Mittelfranken und der Handwerkskammer für Mittelfranken. Derzeit haben 38 junge Unternehmen mit insgesamt 230 Mitarbeitern ihren Sitz im IGZ.

152 Gründer und junge Unternehmen sowie 13 Beratungs- und Technologieeinrichtungen (u. a. Technologietransfer-Stellen der Universität Erlangen-Nürnberg und der Technischen Hochschule Nürnberg) waren in den zurückliegenden 30 Jahren im IGZ ansässig. Der Erfolg lässt sich u. a. daran bemessen, dass nur wenige von ihnen aufgeben mussten. IHK-Hauptgeschäftsführer Markus Lötzsch erinnerte bei der Jubiläumsveranstaltung zudem daran, dass elf Preisträger des IHK-Gründerpreises Mittelfranken aus dem IGZ kamen.

Auf 4 500 Quadratmetern bietet das IGZ technologieorientierten Gründern Büro- und Laborflächen sowie Beratung an. IGZ-Geschäftsführerin Sonja Rudolph bezeichnet das Zentrum als „Durchlauferhitzer“ für junge Unternehmen: Wenn diese nach einigen Jahren im Gründerzentrum auf eigenen Beinen stehen, ziehen sie aus und machen Platz für neue Gründerfirmen. So stehen aktuell wieder rund 600 Quadratmeter für innovative Firmen zur Verfügung.

Quelle: Wirtschaft in Mittelfranken 7/2016, http://www.ihk-nuernberg.de/de/IHK-Magazin-WiM/WiM-Archiv/WIM-Daten/2016-07/Koepfe/pionier-in-der-gruenderszene