Siemens Healthineers: Neue Unternehmenszentrale eröffnet

Die Siemens Healthineers AG in Erlangen hat ihre neue Firmenzentrale eröffnet. Sie entstand in zwei Jahren Bauzeit für einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag.

Das Gebäude bietet über 120 unterschiedlich gestaltete Besprechungsräume für die bis zu 1 000 Mitarbeiter, die am Standort arbeiten. Von dort aus werden 47 000 Mitarbeiter an weltweit 75 Standorten gesteuert, die im vergangenen Jahr 14,2 Mrd. Euro umsetzten.

Die neue Unternehmenszentrale dient architektonisch als Vorbild für alle weiteren Standorte weltweit. An diesen gab es in jüngerer Zeit ebenfalls Grundsteinlegungen und Neubauten, z. B. im indischen Bangalore, in Boston und New Jersey in den USA sowie in Shanghai. Das internationale Geschäft spielt eine gewichtige Rolle für das Erlanger Unternehmen: 90 Prozent der Aufträge kommen aus dem Ausland, rund 600 000 Geräte hat Siemens Healthineers weltweit bisher installiert. Dennoch bleibt die Zentrale in Erlangen, wo auch die Vorläuferfirma Reiniger, Gebbert & Schall ihre Wurzeln hatte. In deren früheren Betriebsgebäuden ist heute das firmeneigene Medizin-Museum untergebracht. Das gelte als Bekenntnis zum Standort in der Metropolregion Nürnberg mit ihrem Medical Valley.

Seit Kurzem ist die Siemens-Tochter sowohl im MDax als auch im TecDax vertreten. Zwar garantiert die in Erlangen und Forchheim beheimatete Sparte „Bildgebung“ weiterhin gute Gewinne, die Zukunftsperspektiven liegen allerdings verstärkt auf dem Geschäft mit Daten, Serviceleistungen und Künstlicher Intelligenz. Das Schlagwort auch hier: Digitalisierung. Die Kunden, vor allem Kliniken, fragen nicht nur wie in der Vergangenheit Computer- und Magnetresonanztomografen nach, sondern zunehmend auch Software-Anwendungen, die auf den einzelnen Patienten zugeschnitten sind. Diese sollen das Wachstum auch in den kommenden Jahrzehnten sichern.

www.healthcare.siemens.de
Quelle: Wirtschaft in Mittelfranken 11|2018, https://www.ihk-nuernberg.de/de/IHK-Magazin-WiM/WiM-Archiv/WIM-Daten/2018-11/unternehmen/neue-unternehmenszentrale-eroeffnet

Unternehmeraustausch am 21.11.2018 in Herzogenaurach: Beschäftigung von Flüchtlingen

Die Möglichkeiten, dem Fachkräftemangel zu begegnen sind
vielfältig. Viele Unternehmen in Mittelfranken gehen bereits
neue Wege und erproben innovative Konzepte. Im Rahmen
der neuen Veranstaltungsreihe „IHK im Gespräch“ möchten
wir Sie einladen, Ihre Ideen auszutauschen und
weiterzuentwickeln – beim ersten Austausch richten wir den
Fokus auf das Thema Beschäftigung von Flüchtlingen.
Am 21. November öffnet hierzu adidas die Türen und gibt
Einblicke in das adidas Integration Program, das jungen
Geflüchteten den Start im Unternehmen ermöglicht. Im
Anschluss möchten wir Ihnen die Gelegenheit geben,
miteinander ins Gespräch zu kommen, Erfahrungen
auszutauschen und Fragen an die Referenten und die IHK-Willkommenslotsin zu richten.

https://www.ihk-nuernberg.de/de/veranstaltung/IHK-im-Gespraech-bei-adidas/543

Einladung IHK im Gespräch am 21.11.2018 in Herzogenaurach

Schloss Hemhofen: Ökologisch feiern

Ein barockes Schloss als Veranstaltungsort und eine Firmengruppe rund um ökologische Produkte: Mit diesem Konzept überzeugte Dr. Hannah Winkler von Mohrenfels beim IHK-Gründerpreis.

Was macht man, wenn man ein kaum genutztes Schloss geschenkt bekommt? Vor dieser Frage stand vor fünf Jahren Dr. Hannah Winkler von Mohrenfels, als ihr Vater ihr das traditionsreiche Schloss Hemhofen im Landkreis Erlangen-Höchstadt überschrieb. Sie beschloss, dem im Jahr 1714 errichteten Gebäude neues Leben einzuhauchen, gründete die Schloss Hemhofen GmbH. Nur wenige Monate später übernahm sie auch die familieneigene Direktvermarktung Abokiste und sukzessive das ökologisch wirtschaftende Landgut Schloss Hemhofen. Sie stellte sich der Herausforderung der Unternehmensnachfolge und optimierte die schon bestehenden Betriebe. „Unsere Firmengruppe deckt eine breite Produktpalette rund um das nachhaltige, ökologische und sozial bewusste Leben ab“, so die Unternehmerin.

Das Barockschloss hatte lange Jahre als Kirche gedient, nach dem Zweiten Weltkrieg beherbergte es Flüchtlinge, später eine Kommune und eine Arztpraxis. Zuletzt blieb das historische Gebäude jahrelang größtenteils ungenutzt. Das hat sich grundlegend geändert: „Heute bilden das Schloss und die umliegenden historischen Räume und Plätze wieder ein stilvolles Ambiente für Veranstaltungen aller Art“, so die promovierte Diplom-Kauffrau, deren Familiengeschlecht sich bis in das 12. Jahrhundert zurückverfolgen lässt. Als „Schlossherren für einen Tag“ können Privatleute oder Unternehmen das Schloss für Feiern, Hochzeiten, Tagungen, Fachmessen, Oldtimertreffen etc. mieten. In den Räumen finden rund 300 Personen Platz, davon 100 alleine im Barocksaal. Je nach Art der Veranstaltung werden die Räumlichkeiten stilvoll in Szene gesetzt, z. B. für Sektempfänge und Kaffeetafeln im Schlosshof, für romantische Abendessen im Barocksaal oder für Tanzveranstaltungen in der historischen Schlosshalle. Außerdem werden eigene Großveranstaltungen wie das jährliche Hoffest und die Landweihnacht organisiert.

Zum Familienbesitz gehört auch das Landgut, auf dem seit über 30 Jahren auf 145 Hektar ökologisch gewirtschaftet wird (Anbau von Freilandgemüse und Getreide, Schweine- und Karpfenzucht sowie Forstwirtschaft). Dazu gehört ein Unternehmensverbund, der zu 100 Prozent in Familienbesitz ist: Die hofeigene Abokiste GmbH wurde vor 25 Jahren gegründet und vermarktet eigene Erzeugnisse sowie die anderer regionaler Öko-Bauern, Bäcker und Veredler. Mit eigenen Fahrzeugen werden über 2 000 Haushalte, öffentliche Einrichtungen und Unternehmen im Umkreis von mehr als 50 Kilometern beliefert. Rund 10 000 Kinder in Krippen, Kindergärten und Schulen werden mit ökologisch erzeugtem Obst und Gemüse versorgt.

Zum Firmenverbund gehört außerdem die Ökost GmbH, die Kloßteig, Spätzle und andere Kartoffelprodukte für die Abokiste sowie für den Bio-Groß- und -Einzelhandel herstellt. Der jüngste Spross in der Unternehmensfamilie ist die Gaumenfreunde GmbH: Sie ist auf frische, vorportionierte Lebensmittel und Zutaten in Bio-Qualität für klassische, vegetarische und vegane Gerichte spezialisiert. Die bisher über 100 Rezepte, die im wöchentlichen Wechsel an die Kunden mitgeliefert werden, hat die Schlossherrin gemeinsam mit Köchen und Food-Bloggern selbst erarbeitet. Sie will mit den Gaumenfreunden eine neue Zielgruppe ansprechen, aber auch neue Kunden für die Abokiste gewinnen, da diese die Bio-Kochkisten regional ausliefert.

Autor: leo.

www.schloss-hemhofen.de
www.abokiste.de
www.oekost.de
www.gaumenfreun.de
Zum Portrait des Schlosses Hemhofen (www.ihk-gruenderpreis-mittelfranken.de)

Quelle: Wirtschaft in Mittelfranken 09|2018, https://www.ihk-nuernberg.de/de/IHK-Magazin-WiM/WiM-Archiv/WIM-Daten/2018-09/business/oekologisch-feiern

Pension Solutions Group: Berater für betriebliche Vorsorge

Die PS-Pension Solutions GmbH aus Erlangen erwartet für das laufende Geschäftsjahr ein weiteres Wachstum beim Umsatz.

Im Geschäftsjahr 2016/2017 (Stichtag 30. Juni) belief er sich auf 8,7 Mio. Euro, im jetzigen werde er voraussichtlich auf 9,2 Mio. Euro steigen. Die Pension Solutions Group berät Mittelständler und Dax-Konzerne zum Thema betriebliche Altersvorsorge. Die Mitarbeiter der über 800 Firmenkunden haben zusammen Betriebsrentenansprüche von aktuell 3,3 Mrd. Euro. Einen Schub für das Geschäft erwartet sich der Erlanger Vorsorgeberater durch das Betriebsrentenstärkungsgesetz, das seit Anfang 2018 gilt. Es soll die Verbreitung der betrieblichen Altersversorgung in den Unternehmen und die Akzeptanz unter Mitarbeitern erhöhen.

Die 2001 gegründete Pension Solutions Group will mit ihren Dienstleistungen Informationslücken bei Arbeitgebern und -nehmern schließen und Personalabteilungen entlasten. Zum Angebot gehören betriebliche Alters-, Berufsunfähigkeits- und Gesundheitsvorsorge, Entgeltoptimierung, Zeitwertkonten und Gruppenunfallschutz. Aktuell sind 81 Mitarbeiter in Erlangen, Hamburg, München sowie in Berlin tätig, wo ein neuer Standort geplant ist.

Autor: (ug.)
www.pension-solutions.de
Quelle: Wirtschaft in Mittelfranken 06|2018, https://www.ihk-nuernberg.de/de/IHK-Magazin-WiM/WiM-Archiv/WIM-Daten/2018-06/unternehmen/berater-fuer-betriebliche-vorsorge

Invent Umwelt- und Verfahrenstechnik: Marktführerschaft bei Klärwerktechnik angestrebt

Kläranlagen waren lange Zeit Energiefresser – bis ein Erlanger Unternehmen die Technik dahinter effizienter gemacht hat.

Was haben Shanghai, New York und Erlangen gemeinsam? Die Invent Umwelt- und Verfahrenstechnik AG in der Hugenottenstadt hat die Kläranlagen aller drei Städte mit modernster Technik ausgerüstet – wie in den letzten 20 Jahren in mehr als 8 000 Kommunen und Industriebetrieben weltweit. Es ist vor allem die Energieeffizienz, mit der das im Eltersdorfer Industriegebiet angesiedelte Unternehmen punktet.

Die Ausgangslage ist klar: Für die Städte und Gemeinden sind die Stromkosten, die für Kläranlagen anfallen, in der Regel der höchste Posten aller kommunalen Einrichtungen. Im Durchschnitt verschlingen sie laut Wikipedia 20 Prozent des gemeindlichen Energieverbrauchs. So benötigte man Anfang der 90er Jahre sechs bis sieben Watt Rührleistung pro Kubikmeter Wasser. Die Invent AG hat dies revolutioniert: Ihre Rührwerke aus glasfaserverstärktem Kunststoff statt teurem Edelstahl sind leicht, flexibel einsetzbar und korrosionsbeständig und benötigen in den von ihr ausgestatteten Abwasseranlagen nur noch eine Leistung von ein bis zwei Watt pro Kubikmeter – was unter dem Strich deutschlandweit Einsparungen in Millionenhöhe bedeutet. „Die Generation 7, seit zwei Jahren im Einsatz, ist um 30 Prozent effizienter und sparsamer als das ohnehin schon beste Rührwerk der Welt, unsere Generation 6“, sagt Vorstandsvorsitzender Dr.-Ing. Marcus Höfken. Statt vorher einteilig, werden die neuesten Rührwerke aus acht Einzelteilen produziert, die Rippe wurde entgegen der Strömungsrichtung konstruiert. Bei einer Kläranlage ist es wichtig, dass der Beckeninhalt sicher umgewälzt wird und sich am Boden kein Schlamm absetzt. Invent hat daher ein neues Rührwerk entwickelt, das sich zentrisch in der Mitte des Beckens befindet und der natürlichen Strömung nachempfunden ist – laut Höfken „ein radikaler Ansatz, der heute Standard in der Wasser- und Abwasserreinigung ist“.

Und auch bei der Belüftung – in den Klärbecken ist eine bestimmte Sauerstoffkonzentration notwendig – wirken sich die Entwicklungen der Erlanger Experten aus. So befindet sich beim Regelsystem von Invent die Messsonde in einer Haube über statt im Wasser, misst also den Sauerstoffgehalt in der Abluft statt im Becken. Das liefert bei den Sauerstoff- und Kohlendioxid-Analysen erheblich genauere Daten. Ergebnis: 30 Prozent weniger Energieaufwand durch eine feinere Dosierung der Sauerstoffzugabe. Höfken: „Mit revolutionär besseren Produkten haben wir einen Vorsprung von vielen Jahren gegenüber unseren Mitbewerbern.“

Kläranlagen waren lange Zeit im Spitzenbereich der Energiefresser angesiedelt, ohne dass jemand viel Aufhebens um dieses Problem gemacht hätte. Es gab keine echten Innovationen, lediglich leicht modifizierte Kopien altbekannter Produkte – bis Invent Mitte der 80er Jahre als Spin-Off des Lehrstuhls für Strömungsmechanik an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg unter Prof. Dr. Franz Durst gegründet wurde und sich des Problems annahm. Denn, so Höfken: „Gute Ideen können nur ihre Wirkung entfalten, wenn man sie zu kommerziell vermarktbaren Produkten oder Dienstleistungen entwickelt.“ 1995 entstand Invent in seiner heutigen Ausrichtung durch ein Management-Buy-out, 2003 wurde die Firma in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Heute gehört die AG vornehmlich drei Hauptgesellschaftern, angeführt von Marcus Höfken.

Mittlerweile wuchs Invent zu einem global tätigen Unternehmen mit einem Gruppenumsatz von etwa 27,5 Mio. Euro, davon wird ein knappes Drittel in den USA, und zwei bis drei Mio. Euro in China erzielt. Pro Jahr ist ein Wachstum von fünf Prozent eingeplant. Der Marktanteil an Rührwerken in Europa könnte in einzelnen Ländern bis zu 70 Prozent betragen, vermutet Höfken. Zwei Drittel der weltweit 125 Mitarbeiter sind in Eltersdorf, auf dem im Dezember 2008 errichteten, 7 000 Quadratmeter großen Firmengelände tätig. Zur Unternehmensgruppe gehört seit 2016 auch die Geppert Rührtechnik GmbH im südhessischen Erzhausen, die sich mit mehr als 40-jähriger Erfahrung auf die Lieferung von Prozessrührwerken für alle Anwendungen in stoffverarbeitenden Industrien spezialisiert hat. Invent-Tochterfirmen existieren außerdem in New Jersey in den USA, im australischen Orange, im italienischen Monza und in Sharjah in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Diese Niederlassung befasst sich auch mit Anlagen zur Trinkwasseraufbereitung – ein Unternehmensbereich, der etwa zehn bis 15 Prozent zum Umsatz beiträgt.

Die Zukunft sieht Höfken positiv: „Wir sind in unserem Markt absoluter Technologieführer. Ich wünsche mir, dass wir in ein paar Jahren, ohne rot zu werden, behaupten können, Weltmarktführer zu sein“, sagt der Vorstandsvorsitzende. „Dazu müssen wir zwar noch etwas wachsen, aber wir arbeiten hart daran.“ Die geplanten Zuwächse scheinen realistisch angesichts des hohen Bedarfs an Kläranlagen, die neu gebaut oder erweitert werden müssen – gerade auch in Entwicklungsländern, wo mancherorts entsprechende Anlagen fehlen und erst ein kleiner Teil der Bevölkerung angeschlossen ist. Und neben öffentlichen Auftraggebern warten Kunden aus der gesamten stoffverarbeitenden Industrie auf die effizienten, robusten und verschleißarmen Anlagen aus Eltersdorf. Dort kann man in verschieden großen Modellen Strömungen simulieren und in einem Tank mit zehn Metern Durchmessern und bis zu acht Metern Wassertiefe die echten Rührwerke praxisnah in Augenschein nehmen. Die Technik des 3D-Druckers hat auch bei Invent Einzug gehalten. „Heute kann man damit innerhalb von ein oder zwei Tagen ein Rührwerk oder einen Propeller herstellen und gleich testen. In den 90er-Jahren musste man wochenlang dafür dengeln und löten“, erklärt Höfken, der den Vorstand zusammen mit Volker Horst und Erin Donze bildet. Je nach Kundenwunsch übernimmt sein Unternehmen auch das komplette Anlagendesign, Engineering, Projektmanagement, die Lieferung und Montage sowie die Inbetriebnahme der Gesamtanlage.

„Wasser ist der Ursprung und Quell allen Lebens“, sagt der Vorstandsvorsitzende und meint damit die Verantwortung, Wasser auch künftigen Generationen in hoher Qualität zur Verfügung zu stellen. „Der Schutz, die Erhaltung und – wo notwendig – die Wiederherstellung unserer Umwelt wird auch in Zukunft eine der wichtigsten Aufgaben unserer Gesellschaft bleiben.“

Autor: (ug.)
www.invent-uv.de
Quelle: Wirtschaft in Mittelfranken 06|2018, https://www.ihk-nuernberg.de/de/IHK-Magazin-WiM/WiM-Archiv/WIM-Daten/2018-06/unternehmen/marktfuehrerschaft-bei-klaerwerktechnik-angestrebt

Method Park: Wachstum in Europa und Asien

Die Method Park Holding AG aus Erlangen hat im Geschäftsjahr 2017 einen Umsatz von 16,3 Mio. Euro und damit ein Plus von neun Prozent erzielt.

Als Grund nannte das Software- und Systemhaus die außerordentlich guten Geschäfte im Bereich Engineering, bei Seminaren, Trainings und Workshops sowie bei den Lizenzverkäufen für ein Produkt zum Management komplexer Prozesse.

Das Unternehmen ist spezialisiert auf Software für sicherheitskritische Systeme, zum Beispiel in der Automobilindustrie oder der Medizinbranche. Ihre Umsätze erwirtschaftete die Method Park Gruppe vorwiegend in Europa, daneben lag der Fokus im vergangenen Jahr auf dem asiatischen Markt. Die Firma ist an den Standorten Erlangen, Frankfurt am Main, Hannover, München und Stuttgart vertreten, daneben gibt es Niederlassungen in Detroit, Miami und Pittsburgh in den USA. Zum Jahreswechsel beschäftigte das Softwarehaus 167 Mitarbeiter, sechs Prozent mehr als im Vorjahr. Dazu gehörten auch 22 Trainees und fünf Auszubildende.

Autor: (ug.)
www.methodpark.com
Quelle: Wirtschaft in Mittelfranken 05|2018, https://www.ihk-nuernberg.de/de/IHK-Magazin-WiM/WiM-Archiv/WIM-Daten/2018-05/Koepfe/wachstum-in-europa-und-asien

HL-Studios: Industrie greifbar machen

Die Erlanger Agentur macht technische Geräte und Anlagen multimedial verständlich.

Wenn ein Hersteller von Industrieanlagen auf einer Messe zeigen will, was seine Produkte können, hat er es oft nicht leicht: Roboterarme, Digitalanzeigen, Fließbänder oder mannshohe Schaltschränke, die wahlweise brummen, surren, zischen oder einfach nur still vor sich hinarbeiten. All das anschaulich darzustellen und die Funktionen zu erläutern, ist oft eine Herausforderung. Unternehmen müssen überlegen, wie sie ihre Erzeugnisse für das Publikum zum Leben erwecken können, wenn es nicht möglich ist, die Produkte vor Ort aufzustellen und zu demonstrieren. Vor allem mit Blick auf die rasante technische Entwicklung, die die Geräte und Anlagen zunehmend komplexer macht, drängt sich diese Frage immer mehr auf. Die hl-Studios GmbH – Agentur für Industriekommunikation aus Erlangen hat sich dieser Herausforderung angenommen.

Angefangen hat die Firma als Fotostudio für Industriewerbung, das die beiden Erlanger Jürgen Hinterleithner und Alfons Loos 1991 in Nürnberg gründeten. Beide haben Kommunikationsdesign mit Schwerpunkt Fotografie und Film an der Technischen Hochschule Nürnberg studiert. 1996 zog die Agentur nach Erlangen-Tennenlohe um. Heute bietet das Unternehmen mit seinen über 100 Mitarbeitern an zwei Standorten ein breites Spektrum an Kommunikationsdienstleistungen an. Dazu gehören u. a. 3D-Animationen und computergenerierte Bildwelten (CGI), Druckerzeugnisse, Filme, Fotos, Grafikdesign, Techniken zur Darstellung virtueller und erweiterter Realität (Virtual / Augmented Reality), Apps, interaktive Messemodelle sowie Messen und Events.

Moderne Medientechniken wie Virtual Reality machen es möglich, dass der Betrachter das beworbene Produkt nicht nur im Katalog oder auf dem Bildschirm, sondern gleich virtuell anschauen kann. Dann lässt sich zum Beispiel die Fertigungsstraße nicht mehr nur im Katalog begutachten, sondern mittels Virtual-Reality-Brille begehen und in den maßstabsgetreuen Ausmaßen erkunden. Abgesehen davon können Unternehmen ihre Produkte auch in eine digital gestaltete Umgebung einbetten, zum Beispiel Medizingeräte in einem virtuellen Behandlungssaal platzieren und so einen Eindruck vom künftigen Einsatzort vermitteln. Auf diese Weise können sich die Auftraggeber auch aufwendige Studioaufbauten für Foto- oder Filmaufnahmen sparen, die ansonsten nötig wären, um den gleichen Effekt zu erzielen.

Um große Maschinen, wie sie in der Industrie üblich sind, überhaupt in Szene setzen zu können, braucht es auch entsprechend große Räumlichkeiten. Die Agentur hat hierfür ein über 200 Quadratmeter großes, befahrbares Studio zur Verfügung, in dem nach eigenen Angaben schon Maschinen mit über zehn Tonnen Gewicht gefilmt und fotografiert wurden. Darin befindet sich eine sechs Meter hohe grüne Spezialwand. Vor dieser kann das Team Detailbilder oder freistehende Aufnahmen anfertigen. So macht die Agentur mit ihren Medienproduktionen – ob gedruckt oder multimedial – Industrieanlagen, Maschinen und Geräte für das Publikum greifbar. Das sogenannte Hybrid-Studio bietet also dem Unternehmen zufolge völlig neue technische Möglichkeiten, mit denen die immer digitaler werdende Industrie besser kommunizieren könne.

Thematisch deckt die Agentur von Automation über Energie, Mobilität, Robotertechnik und IT bis hin zu Verkehrstechnik und Zulieferung ein breites Spektrum der Industriefertigung ab. Zu ihren Kunden zählen dementsprechend auch Schwergewichte der deutschen Wirtschaft wie Continental, Kuka, Osram, Siemens oder Bosch. 2014 eröffnete die Firma ein weiteres Büro in Berlin mit sechs Mitarbeitern. Da es sich bei den Kunden um international agierende Unternehmen handelt, sind die Film-, Foto- und Messeteams der hl-Studios auf dem ganzen Globus unterwegs.

Trotz der internationalen geschäftlichen Aktivitäten fühlt sich die Firma durch ihren Hauptsitz in Erlangen eng mit der Region verbunden. Besonders mit der Kultur- und Kreativwirtschaft in Bayern sowie mit Schulen und Hochschulen sei man im engen Austausch. So sitzt Geschäftsführer Alfons Loos beispielsweise im Hochschulrat der Hochschule Ansbach. Daneben engagiert sich die Agentur in vielfacher Hinsicht gesellschaftlich, zum Beispiel bei der Bürgerstiftung Erlangen, dem HC Erlangen oder im Stifterrat beim Museum Industriekultur, bei dem es auch auf eine anschauliche Darstellung von Technik ankommt.

Autor: (ug.)
www.hl-studios.de
Quelle: Wirtschaft in Mittelfranken 05|2018, https://www.ihk-nuernberg.de/de/IHK-Magazin-WiM/WiM-Archiv/WIM-Daten/2018-05/unternehmen/industrie-greifbar-machen

Evosys Laser: Neuer Standort in Erlangen

Das Erlanger Technologieunternehmen Evosys Laser GmbH wurde vor zwei Jahren gegründet und war seitdem im Gebäude der Erlanger Intego GmbH ansässig.

Intego, die auf optische Inspektionsanlagen für die Fertigung spezialisiert ist und im Jahr 2002 den IHK-Gründerpreis gewonnen hatte, engagiert sich als Investor und Partner von Evosys. Seit der Gründung ist die Evosys Laser GmbH stark gewachsen, sodass der Umzug in neue Räumlichkeiten notwendig wurde. Am neuen Standort in Erlangen-Schallershof stehen nun ausreichend Laborflächen und Fertigungskapazitäten zur Verfügung.

Nach Worten der Evosys-Geschäftsführer Frank Brunnecker und Holger Aldebert können die Kunden im größeren „Technikum“ in der Schallershofer Straße optimal betreut werden. Außer der eigenen Fertigungshalle stehen dem Team nun auch größere Büro- und Besprechungsräume zur Verfügung. Evosys Laser fertigt eine neue Generation von kundenspezifischen Lasersystemen für die Materialbearbeitung, insbesondere für das Laserschweißen von Kunststoffen.

www.evosys-laser.com
Quelle: Wirtschaft in Mittelfranken 3|2018:https://www.ihk-nuernberg.de/de/IHK-Magazin-WiM/WiM-Archiv/WIM-Daten/2018-03/unternehmen/neuer-standort-in-erlangen

Erlangen Arcaden: Der Spannungsbogen

Einst waren in Erlangen Kaufhäuser wie Heka, Horten, Hertie und Quelle ansässig. Dies änderte sich um die Jahrtausendwende, als neue Großprojekte wie die Ikea in Fürth, das Mercado in Nürnberg
oder der Globus-Markt in Forchheim begannen, Kaufkraft aus Erlangen (Platz 6 in Deutschland) abzuziehen. Diese Lücke erkannte das Essener Shoppingcenter-Unternehmen „MFI“ und reichte im Februar 2001 die ersten Pläne für die Erlangen Arcaden ein. Diese sahen damals ein
Gebäude mit 30 000 Quadratmeter Nutzfläche vor, was jedoch breiten Widerspruch erweckte.
Nach neuen Bauplänen und zwei Bürgerentscheiden wurden die Erlangen Arcaden schließlich im September 2007 eröffnet. Das Erlanger Architekturbüro KJS von Prof. Hubert Kress erhielt unter fünf Bewerbern den Zuschlag für den sogenannten „Spannungsbogen“ mit einem 300 Meter langen, dreigeschossigen „Boulevard“. 100 Mio. Euro wurden durch die MFI und weitere 50 Mio. Euro durch die 100 Mieter investiert; rund 1 000
neue Arbeitsplätze entstanden.
Zwei Jahre später präsentierte die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) eine Untersuchung über die Auswirkungen der Arcaden auf die gesamte
Innenstadt, bei der die Jahre 2001, 2007 und 2009 Berücksichtigung fanden. Das Fazit der GfK: „Ein phantastisches Ergebnis – es geht nicht besser.“ Der Standort sei gut überregional erreichbar, die Arcaden wirtschafteten nicht auf Kosten der Innenstadt, sondern es komme zur gegenseitigen Verstärkung. 2014 zeigte eine weitere Untersuchung, dass der tägliche Besucherstrom auf 32 000 angewachsen war und der Jahresumsatz bei insgesamt 96,3 Mio. Euro lag.
Derzeit wird das Erlanger Shopping-Center mit Investitionen von rund zehn Mio. Euro umfassend von innen und außen modernisiert. Jean-
Marie Tritant, Vorstand bei der Unibail-Rodamco Group mit der Tochter MFI, schwärmt von einer „außerordentlichen Erfolgsgeschichte“, die in
den nächsten Monaten buchstäblich zementiert werden solle. Wichtige Ankermieter wie DM und Saturn haben ihre Verträge langfristig verlängert,
zahlreiche bestehende Mieter modernisieren derzeit ihre Shops. Zuletzt gab es mit dem britischen Mode-Label Superdry, dem Müsli-Store MyMuesli
und dem Jeans-Label Pepe Jeans spannende Neuheiten. Weitere Shop-Konzepte sollen folgen, darunter etwa die niederländische Modemarke
G-Star. Eine „Kids-Area“ im Untergeschoss, großzügige Sitzbereiche, eine neue Beschilderung, ein neu gestalteter Vorplatz und eine gastronomische
Außenterrasse sind weitere Projekte der „Repositionierung“. Die MFI-Mutter Unibail-Rodamco Germany, die die Arcaden betreibt, hat ihren Sitz in Düsseldorf und engagiert sich aktuell bei 25 Shopping-Centern. Eigentümer der Arcaden ist das Investmentunternehmen TH Real Estate mit einem verwalteten Immobilienvermögen in Deutschland von 2,7 Mrd. Euro. Der Shoppingcenter Performance Report 2017 (SCPR) hat die
Erlangen Arcaden jüngst auf Platz 75 unter 400 deutschen Shopping-Centern gesetzt.

Quelle: Wirtschaft in Mittelfranken 10|2017, http://www.wim-magazin.de/ausgaben/catalogs/WiM-11-2017/pdf/WiM-11-2017.pdf

Campus der Sinne Erlangen: Wahrnehmung wird digital

Wie lassen sich Sehen und Hören, aber vor allem auch die „chemischen“ Sinne Riechen und Schmecken digital erfassen? Darum ging es am 15. September bei der Auftaktveranstaltung zum „Campus der Sinne Erlangen“.

Dort wollen künftig die Fraunhofer-Institute IIS und IVV sowie die Universität Erlangen-Nürnberg gemeinsam mit Unternehmen menschliche Sinneserfahrungen erforschen und digital umsetzen. Ziel ist es, daraus konkrete neue Technologien und Dienstleistungen abzuleiten.

Unternehmen und Start-ups aus nahezu allen Branchen haben die Möglichkeit, mitzuarbeiten. Die geplante Struktur des „Campus der Sinne Erlangen“ sieht drei Laboratorien mit unterschiedlichen Leistungsschwerpunkten vor. Wissenschaftler aus verschiedenen Disziplinen wie Ingenieurwissenschaft, Medizin, Chemie und Neurowissenschaften arbeiten Hand in Hand zusammen, um den Technologietransfer im Bereich der digitalisierten Sensorik voranzutreiben. Für den Aufbau des Campus sind fünf Jahre angesetzt. Langfristig soll auf internationaler Ebene eine Vorreiterrolle im Bereich der digitalen Sensorik erreicht werden.

Quelle: Wirtschaft in Mittelfranken 10|2017, https://www.ihk-nuernberg.de/de/IHK-Magazin-WiM/WiM-Archiv/WIM-Daten/2017-10/business/wahrnehmung-wird-digital